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Unglückliche Niederlage gegen Bindlach

Nach vier Spielen in Folge ohne Niederlage musste unsere erste Mannschaft am neunten Spieltag eine knappe 3:5-Niederlage gegen den starken Aufsteiger TSV Bindlach-Aktionär hinnehmen. Die Entscheidung fiel nach voller Spielzeit am achten Brett, als Robert Zysk ein vorteilhaftes Turmendspiel gegen GM Dr. Igor Stohl (2551) noch zum Verlust verpatzte. Zuvor hatten sich bereits Artur Jussupow und Sandipan Chanda mit den schwarzen Steinen geschlagen geben müssen, während Predrag Nikolic den einzigen Solinger Tageserfolg erzielen konnte.

Nach dem aufregenden Kampf vom Samstag begann der Kampf gegen die Franken mit einigen typischen Sonntags-Vormittags-Kurzremisen. So täuschten Alexander Naumann und sein letztjähriger Teamkollege GM David Baramidze (2585) in einer scharfen Variante des 5.Db3-Grünfeldinder mit Damenopfer gegen drei Leichtfiguren zunächst eine spannende Kampfpartie an, um diese in unklarer Position abrupt zu beenden. Auch in den Begegnungen von Sipke Ernst (mit Weiß) und Michael Hoffmann (mit Schwarz) kam es gegen GM Klaus Bischoff (2533) und GM Michael Prusikhin (2560) nach ausgeglichenem Eröffnungsverlauf zum schnellen Händeschütteln.

Danach geriet unser Team aber in die Defensive, da unsere Spitzenbretter mit den schwarzen Steinen sehr schlecht aus der Eröffnung gekommen waren. Artur Jussupow versuchte es wieder einmal mit seiner französischen Winawer-Variante, doch auch im Duell mit dem frisch gebackenen Deutschen Meister GM Arkadij Najditsch (2676) erwies sich die weiße Initiative am Königsflügel als durchschlagskräftiger als die schwarzen Gegenchancen am Damenflügel, so dass sich Artur kurz vor der Zeitkontrolle geschlagen geben musste. Nicht viel besser erging es Sandipan Chanda, der von GM Vladimir Baklan (2622) sehr geschickt in einer untheoretischen Nebenvariante des geschlossenen Sizilianers in eine äußerst passive Position gelotst worden war. Wie üblich verteidigte sich unser indischer Kämpfer äußerst hartnäckig, doch gegen den strengen Positionsvortrag des Ukrainers musste er sich schließlich in der sechsten Spielstunde geschlagen geben und nach drei Siegen seine erste Niederlage in dieser Saison hinnehmen.

Zuvor hatte bereits Markus Schäfer am achten Brett remisiert. Bei seinem diesjährigen Bundesliga-Debüt bot Markus gegen den talentierten jungen tschechischen GM Jan Markos (2538) eine gute Vorstellung und landete aus einem Sweschnikow-Sizilianer schließlich in einem ausgeglichenen Turmendspiel, in dem keine Seite realistische Gewinnversuche machen konnte. Damit hatten die Franken zwar vier Zähler auf ihrem Konto, dennoch war der Kampf noch nicht gewonnen, da Predrag Nikolic gegen den tschechischen Shooting-Star GM David Navara (2725), der in der Vorwoche noch in Wijk aan Zee im Kreise der absoluten Weltklasse überzeugt hatte, wieder einmal eine seiner filigranen Technik-Demonstrationen bot. Aus einem völlig ausgeglichenen klassischen Dameninder erreichte Predrag ein Leichtfigurenendspiel mit minimalen Vorteilen und führte dieses in staubtrockener Manier scheinbar mit absoluter Leichtigkeit zum Gewinn, was die »lange Rochade« von Navara an diesem Wochenende perfekt machte, so dass er in dieser Bundesliga-Saison in Berlin 0/5 erzielte!

Damit besaßen wir wieder reale Hoffnungen auf einen Punktgewinn, denn Navaras Sekundant, GM Dr. Igor Stohl (2551), hatte im Mittelspiel in ausgeglichener Position gegen Robert Zysk einen Bauern eingestellt, so dass Robert alles daran setzte, seine schwache Vorstellung vom Vortag mit einem »Big Point« wieder vergessen zu machen. Er erreichte ein klar vorteilhaftes Turmendspiel, bei dem die Meinungen der zahlreichen Experten und Kiebitze über den technischen Schwierigkeitsgrad extrem von »simpel gewonnen« bis »sehr kompliziert« auseinander gingen. Letztlich war es einfach nicht Roberts Wochenende: Nach einer suboptimalen Abwicklung, die den Gewinn schon sehr erschwerte, brach er schließlich in der Finish-Phase unter Gewinndruck und bei knapper Zeit völlig ein und musste sich sogar noch geschlagen geben, so dass der 3:5-Endstand perfekt war.

Trotz dieses unglücklichen Finales wurde die Pflichtvorgabe von zwei Zählern an diesem Wochenende erfüllt, so dass die Mannschaft nun mit 10:8 Punkten ihr positives Punktekonto Ende Februar in Bremen verteidigen möchte.

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