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Thomas Henrichs gewinnt Solinger Open

Die Gewinner des A-Opens

Mit einem Triumph der Ruhrgebiets-Spieler endete das 5. Solinger Open im Rahmen der Schachwochen. Der für Hansa Dortmund aktive IM Thomas Henrichs gewann das Turnier mit 5½/7 dank der besseren Buchholzwertung vor dem Mülheimer Bundesligaspieler GM Felix Levin. Auf den weiteren Plätzen folgten mit IM Sebastian Siebrecht (Essen) und GM Gerd Schebler (Mülheim Nord) zwei weitere bekannte Open-Spezialisten aus dem Industriegebiet.

Mainka–SiebrechtVorausgegangen war ein höchst spannender Schlusstag, der alles bot, was die Zuschauer sehen wollten. So zeigten die beiden Duelle des Spitzenquartetts am Vormittag Kampfschach vom Feinsten: Während sich Levin und Henrichs kurz nach der Zeitkontrolle leistungsgerecht Remis im Damenendspiel trennten, wurde es in der Partie zwischen GM Romuald Mainka und Titelverteidiger Sebastian Siebrecht dramatisch. Mit 5 Sekunden Restbedenkzeit stellte Mainka, dem noch ein Läufer gegen Siebrechts Turm verblieben war, einen Remisantrag nach der »berühmt-berüchtigten« FIDE-Regel 10.2., dem Schiedsrichter Stefan Fleischmann stattgab. Die Situation war dabei für den Schiedsrichter äußerst undankbar, da für Mainka die technische Remisstellung, für Siebrecht hingegen der sehr späte Zeitpunkt des Antrags und die vorherige relativ langsame Spielweise Mainkas sprachen. Deshalb sei an dieser Stelle noch einmal das faire Verhalten des sympathischen Katernbergers hervorgehoben, der diese für ihn nachteilige und im Kampf um den Turniersieg sehr wichtige Entscheidung klaglos akzeptierte, was bei vielen Spielern sicherlich anders gewesen wäre.

Damit wurde aus dem Spitzenquartett vor der Schlussrunde ein Sextett, denn GM Gerd Schebler und Thomas Trella konnten durch Siege über Amir Rezasade und WGM Zoya Schleining zu den Tabellenführern aufschließen. Dies mißlang dagegen dem völlig frustrierten GM Alexander Naumann, der gegen Svetlin Mladenov erneut ein klar besseres Endspiel zum Remis verdarb.

Turniersieger IM Thomas HenrichsIn der Schlussrunde war von den Spitzenpaarungen nur das Duell zwischen Siebrecht und Schebler schnell beendet. Der Vorjahressieger aus Katernberg verzichtete nach dem nervenaufreibenden Vormittagsduell und nur 30 Minuten Pause mit Weiß auf Gewinnversuche und hoffte auf viele weitere Remisen und seine ansprechende Buchholz-Zahl. In den anderen beiden Partien wurde hingegen gekämpft und mit der Zeitkontrolle der Turniersieg entschieden: während Levin mit Schwarz recht sicher gegen den jungen Thomas Trella gewann, lieferte Thomas Henrichs am Spitzenbrett seine sicherlich beste Turnierleistung und überspielte den vom Vormittag sicherlich auch noch angeschlagenen Romuald Mainka.

Damit sicherte sich der 34-jährige Henrichs, dessen GM-Titel nur noch eine Frage der Zeit sein dürfte, verdient den Turniersieg. Co-Sieger Levin haderte ein wenig mit der Qualität seines Spiels und hatte sich vielleicht auch aus der Stellung im Duell mit dem späteren Turniersieger in Runde 6 mehr als nur ein Remis erhofft. Sebastian Siebrecht verpasste zwar die Titelverteidigung, dürfte aber aufgrund gesundheitlicher Probleme und dem vorher völlig mißglückten Turnier in Havanna auch mit Rang 3 zufrieden gewesen sein, während Gerd Schebler erkennbar nicht in bester Form war, aber sich dennoch routiniert in die Preisränge schob.

Ebenfalls auf 5 Zähler kam die große positive Überraschung Jochen Wigger (SF Erkelenz), der nach einem glücklichen Sieg in der Schlussrunde über Svetlin Mladenov als bester Nicht-Titelträger auf dem fünften Platz einkam. Damit blieb er noch vor dem topgesetzten GM Alexander Naumann, der zwar ungeschlagen blieb, aber dank ungewohnter technischer Schwächen in guten Stellungen zu viele Remisen liegen ließ. Immerhin sicherte sich der frisch vermählte Aktivensprecher des Deutschen Schachbundes damit den Titel des Solinger Stadtmeisters 2007.

Die enttäuschten Verlierer der Schlussrunde, Romuald Mainka und Thomas Trella, mussten mit 4½ Zählern auf den Plätzen 7 und 8 zufrieden sein, wobei Trella dadurch bester Jugendlicher wurde, so dass der aus Solingen stammende Nikolaj Krieg den letzten Hauptpreis erhielt.

WGM Zoya SchleiningDie punktgleiche Zoya Schleining (Oberhausener SV) wurde beste Dame, während in der Ratinggruppe für Elo unter 2200 Amir Rezasade als Sieger das perfekte Turnier für die Spieler der SF Erkelenz komplettierte. Die weiteren Preise gingen an den stark aufspielenden Ralf Huettemann (Battenberg), der mit einer Elo unter 2000 in diesem starken Feld ungeschlagen blieb und Routinier Bernard Leiber, der ebenfalls 4 Punkte erreichte.

Insgesamt waren die beiden Open-Turniere, die in harmonischer Atmosphäre ohne Protestfälle verliefen, ein schöner Abschluss der Solinger Schachwochen, die im kommenden Jahr zum üblichen Fronleichnams-Termin eine Neuauflage erfahren sollen.

Alle Infos zum Turnier unter www.schachwochen.de.
Alle Fotos von den Solinger Schachwochen 2007 auf flickr.

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