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Vier SG-Spieler bei der Schnellschach-WM in Berlin

Vom 10.-15.10.2015 finden in Berlin die Weltmeisterschaften im Schnell- und Blitzschach statt. Das Turnier stand ursprünglich unter einem schlechten Stern und wurde von der FIDE sehr kurzfristig vom Juni in den Oktober verlegt. Noch überraschender kam die Ankündigung, dass das Turnier in Berlin stattfinden werde, was die Verlegung der für dieses Oktober-Wochenende bereits fest geplanten Runden der 1. und 2. Bundesliga verursachten. Wie bei der FIDE leider üblich, gab es lange Zeit keine weiteren Informationen über das Turnier, doch schließlich präsentierte die Vermarktungsfirma AGON mit der Bolle Meierei einen schönen, in Moabit auch zentral gelegenen Turnierort, der bereits am ersten Turniertag zahlreiche Zuschauer anlockte.

Nach einer tollen Eröffnungsveranstaltung mit der Europa-Premiere des Films »Pawn Sacrifice«, in dem sich Hollywood erstmalig mit dem Wettkampf zwischen Boris Spasski und Bobby Fischer befasst, startete heute die Schnellschach-Weltmeisterschaft, die bis zum Montag andauern wird. Trotz der sehr unglücklichen Überschneidung mit dem Millionaire Chess Open in Las Vegas und dem Isle of Man-Open haben sich 158 Akteure eingefunden, die an 3 Tagen jeweils 5 Runden mit einer Bedenkzeit von 15 Minuten/Partie + 10 Sekunden/Zug zu absolvieren haben. Von der absoluten Weltklasse fehlen eigentlich nur die in Las Vegas aktiven Hikaru Nakamura, Fabiano Caruana und Wesley So sowie unser Spitzenspieler Anish Giri.

Dafür befinden sich im bärenstarken, von Titelverteidiger Magnus Carlsen angeführten, Feld noch vier andere SG-Spieler, von denen Predrag Nikolic einen exzellenten ersten Tag erwischte. Als Nummer 76 der Setzliste gelang ihm zunächst ein Auftaktsieg gegen den israelischen IM Ido Ben Artzi (2245), bevor er den ukrainischen Schnellschach-Spezialisten GM Vladimir Onischuk (2692) mit Schwarz in ausgeglichener Stellung auskonterte. Nach einer korrekten Punkteteilung gegen den starken vietnamesischen Nationalspieler Ngoc Truon Son Nguyen (2743) folgte eine tolle Schwarz-Partie, in der er den Nationaltrainer der russischen Damenmannschaft, GM Alexander Riazantsev (2714) mit einem überallartigen Angriff mit Schwarz in nur 30 Zügen bezwingen konnte. Seinen exzellenten Tag rundete Predrag dann mit einem unspektakulären Weiß-Remis gegen den weißrussischen Schnellschach-Spezialisten GM Sergej Zhigalko (2697) ab. Nach fünf Runden liegt er mit 4/5 gegen einen Gegnerschnitt von 2712 auf einem großartigen 5. Platz, nur einen halben Zähler hinter dem alleinigen Spitzenreiter Sergey Karjakin.

Weniger zufrieden war der an Position 26 gesetzte Markus Ragger, der zum Auftakt 2/5 erzielte. In der ersten Runde konnte er mit Schwarz gegen den supersoliden deutschen GM Rene Stern (2539) mit Remis mehr als zufrieden sein, bevor er sich in einem sehr spannenden und umkämpften Vereinsduell von Alexander Naumann (2543) ebenfalls unentschieden trennte. Im Anschluss erreichte er mit Schwarz gegen den kasachischen GM Rinat Jumabayev (2575) ein klar besseres Leichtfigurenendspiel mit Mehrbauern, das er nach einem Fingerfehler in höchster Zeitnot sogar noch verlor. Ein wenig Kompensation für diesen Fehlstart verschaffte ihm die Folgepartie, in der er gegen den russischen GM Vasily Papin (2521) eine sehr verdächtige Position mit Minusbauern schließlich in einem remisen Turmendspiel noch glücklich gewinnen konnte. Doch nach einer recht glatten Schwarz-Niederlage zum Abschluss gegen GM Dmitry Bocharov (2577) wird Markus morgen zur Aufholjagd ansetzen, um seinen bisherigen 120. Platz zu verbessern.

Der an Position 103 gesetzte Alexander Naumann hatte sehr starke Gegner und wurde mit seinen 1½/5 am ersten Tag sicherlich etwas unter Wert geschlagen. Er startete gut mit zwei Punkteteilungen gegen GM Alexander Riazantsev (2716) und GM Markus Ragger (2711), bevor er sich in einem scharfen Königsinder gegen eine der großen Nachwuchs-Hoffnungen des russischen Schachs, GM Vladimir Fedoseev (2681) geschlagen geben musste. Gegen IM Leonardo Valdes Romero (2377) aus Costa Rica tauschten sich schnell fast alle Figuren ab, so dass Alex hier keine Gewinnversuche machen konnte. Danach wartete mit dem Venezuelaner GM Eduardo Iturrizaga Bonelli (2700) ein weiterer deutlich stärkerer Südamerikaner, der Alex in einem taktischen Scharmützel überlisten konnte.

Auf die gleiche Punktzahl kam am ersten Spieltag Dr. Florian Handke (Setzlistenplatz 109), der ausschließlich gegen Akteure der erweiterten Weltklasse antreten musste. In der ersten Runde rettete er sich gegen GM Maxim Matlakov (2705) aus schlechterer Position ins Dauerschach und hielt auch in der Folgerunde ein Turmendspiel mit Minusbauern gegen GM Vladimir Fedoseev (2681) Remis. Es folgte eine weitere Punkteteilung gegen den dritten russischen Gegner in Folge, seinen langjährigen Wattenscheider Teamkollegen GM Nikita Vitiugov (2671). In der vierten Runde ging es für Florian gegen einen weiteren Bekannten aus Wattenscheider Tagen. Mit Schwarz besaß er gegen den polnischen GM Mateusz Bartel (2680) seine beste Stellung des Tages, doch die Komplikationen entwickelten sich nicht in seinem Sinne, so dass er schließlich seine erste Niederlage einstecken musste. Als »Belohnung« wartete zum Abschluss eine weitere Schwarz-Partie gegen das langjährige Katernberger Spitzenbrett GM Alexander Volokitin (2671), dem er sich in einem langwierigen Endspiel schließlich auch geschlagen geben musste.

Am Sonntag geht es für alle Akteure ab 14:00 Uhr mit den Runden 6-10 weiter. Alle Partien werden mit Live-Kommentierung übertragen.

Zu den Ergebnissen
Zu den Partien
Bericht zum 1. Tag Chess24
Bericht zum 1. Tag Chessbase
Bericht zum 1. Tag DSB

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