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Sandipan triumphiert in Dieren

Einen »Solinger« Doppelsieg gab es bei den Offenen Niederländischen Meisterschaften, die vom 26.07.- 04.08.2016 traditionell in Dieren ausgetragen wurden. Alleiniger Sieger in der 58 Spieler, darunter 10 GM, umfassenden Meistergruppe wurde mit 7½/9 Sandipan Chanda, während sein Bundesliga-Teamkollege Erwin L’Ami mit 7 Zählern und der besten Buchholz-Wertung auf dem zweiten Gesamtrang landete und sich damit als bester Holländer erneut einen Platz für die Niederländische Einzelmeisterschaft 2017 sicherte.

Für Sandipan hatte sein Holland-Aufenthalt bereits drei Wochen vorher begonnen, als er vom 15. -24.07.2016 beim 10. Open in Leiden, dem Wohnort des diesmal allerdings nicht mitspielenden Predrag Nikolic am Start war. Dort war er in der A-Gruppe unter 64 Spielern an Position 3 gesetzt und erwischte einen ausgezeichneten Start mit 3/3, dem eine Punkteteilung gegen den topgesetzten GM Loek van Wely (2662) folgte.  Nach zwei korrekten Schwarz-Remisen, unter anderem gegen den späteren Turniersieger GM Roeland Pruijssers (2463) folgte dann in der 7. Runde ein kleines Debakel, als er an einem völlig gebrauchten Tag mit Weiß gegen das für Katernberg spielende Jungtalent FM Robby Kevlishvilli (2384) chancenlos verlor.

Doch Sandipan kämpfte sich zurück und erreichte mit einem Schwarz-Sieg gegen den enorm soliden ungarischen GM Csaba Horvath (2520) schließlich mit 6½/9 noch den dritten Platz.

Endstand
Bericht Schach-Ticker

In Dieren schien sich für den seit 2001 in unserem Verein spielenden Inder ein Déja-Vu anzudeuten. Erneut war er an Position 3 gesetzt, erneut startete er gut mit 3/3 und spielte und dann wie in Leiden in der vierten Runde gegen den holländischen Topgesetzten, der diesmal Erwin L’Ami hieß. Dieser wurde von Sandipan völlig überspielt und konnte es am Ende selbst kaum glauben, dass er mit viel Glück und einigen Tricks in der Zeitnotphase die Partie tatsächlich noch Remis halten konnte.

In der 5. Runde remisierten sowohl L’Ami als auch Sandipan und lagen nach der ersten Turnierhälfte mit 4/5 in einer Spitzengruppe von 7 Akteuren. Doch in der 6. Runde, die nach dem Ruhetag gespielt wurde, konnte Sandipan die Parallelen zum Vorturnier in Leiden endlich durchbrechen und setzte sich mit einem Schwarz-Sieg gegen GM Dmitry Reinderman (2584) alleine an die Spitze, die er mit einem klaren Erfolg gegen den Leiden-Turniersieger Pruijssers (2463) verteidigte. So ging er mit 6½/8 und einem halben Zähler Vorsprung auf eine vierköpfige Verfolgergruppe, in der sich auch Erwin L’Ami befand, in die Schlussrunde.

Dort traf Sandipan auf den routinierten Open-Spieler GM Ikonnikov (2538) und legte die Partie ruhig positionell an. Doch plötzlich entstanden im Mittelspiel unerwartete Komplikationen, die ihn vor eine schwierige Entscheidung stellten. Er konnte die Züge wiederholen, was in Anbetracht der sich abzeichnenden Siege von L’Ami und GM Igor Khenkin (2553) einen geteilten 1.-3. Platz ergeben hätte, bei dem das Preisgeld geteilt worden wäre. Stattdessen entschied er sich für das Risiko des Weiterspielens und wurde mit einem schönen Sieg belohnt, der ihm in Anbetracht der spielerischen Gesamtleistung den ersten Platz im Turnier, die Siegprämie von 2.500 Euro und 19 gewonnene Elo-Punkte einbrachte.

Erwin L’Ami spielte ebenfalls ein starkes Turnier, blieb mit 7/9 ungeschlagen und erreichte als Titelverteidiger diesmal einen sehr guten zweiten Platz.  Beide haben in einem Chessbase-Bericht in sehenswerten Video-Sequenzen einige Schlüsselmomente des Turniers erläutert.

Bericht bei Chessbase
Endstand

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