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Melanie Müdder führt bei Deutscher Meisterschaft

Melanie Müdder und Dana Berelowitsch vor ihrer Partie in der fünften Runde  (Foto: Rafael Müdder)

Nach zwei Dritteln der Deutschen Einzelmeisterschaft der Jugend in Willingen hat Melanie Müdder gute Aussichten auf ihren bisher größten Einzelerfolg. In der U14w führt sie das Feld mit 5/6 und einem ganzen Punkt Vorsprung an. Ebenfalls ein ausgezeichnetes Turnier spielt Dana Berelowitsch, die Melanie in einer voll ausgekämpften Partie in der 5. Runde den ersten halben Punkt abnahm und mit 4 Zählern im sechs Spielerinnen umfassenden Verfolgerfeld auf dem geteilten zweiten Rang liegt.

Nach ihrem perfekten Start mit 3/3 traf Melanie Müdder im Spitzenduell der 4. Runde auf Ngoc Han Julia Bui (1852), welche bereits den nationalen Meistertitel U10w (2013) und U12w (2015) erringen konnte, so dass sie in diesem Jahr nach dem Gesetz der Serie wieder als Hauptkandidatin auf den Titel gelten musste. Melanie mißglückte nach einem beschleunigten Drachen mit Schwarz das Mittelspiel, so dass sie trotz reduzierten Materials aufgrund ihres schwachen Königs eine Verluststellung besaß. Doch Julia fand nicht die beste Fortsetzung, sondern gewann »nur« einen Springer, für den Melanie immerhin zwei verbundene Freibauern am Königsflügel erhielt. Als Bui dann in der Zeitnotphase die Damen tauschte, kippte die Partie vollständig und Melanie konnte im Endspiel sogar noch gewinnen!

Somit hatte sie nach vier Runden bereits einen vollen Zähler Vorsprung auf die Verfolger und traf am Nachmittag auf ihre Teamkollegin Dana Berelowitsch, die mit Schwarz einen schönen Positionssieg gegen Nina Rothenberg (1594) errungen und sich damit auf 3/4 hochgearbeitet hatte. Die beiden lieferten sich ein spannendes Duell in einem Tarrasch-Franzosen, in dem Melanie stets auf einen mikroskopischen Vorteil wegen des schwarzen Isolani pochte. Doch Dana verteidigte sich präzise und erreichte eine verdiente Punkteteilung.

In der 6. Runde traf Melanie mit Schwarz auf Liliane Pavlov (1479), eine der positiven Turnierüberraschungen. In einem Sizilianer mit 2. b3 erlaubte sich Melanie eine Ungenauigkeit, welche der Weißen einige Tempi schenkte und eine sehr gefährliche Initiative einräumte. Doch als Liliane nicht den konsequentesten Angriff wählte, nutzte Melanie die Chance auf Verwicklungen und bot dann in objektiv immer noch schlechterer Position taktisch geschickt Remis an, womit sie ihre Tabellenführung verteidigte. Parallel spielte Dana gegen die Deutsche U12w-Meisterin des Vorjahres, Vitalia Khamenya (1814) eine spannende Partie, in der sie im Mittelspiel in die Defensive geriet, sich dann aber stark verteidigte und nach der Zeitkontrolle ein leicht besseres gleichfarbiges Läuferendspiel erreichte. Dies spielte sie sehr präzise und gewann dank ihrem Freibauern den gegnerischen Läufer, verpasste aber eine gegnerische Verteidigungsidee, die Khamenya trotz des »richtigen« Randbauerns von Dana mittels einer Festung noch einen halben Punkt rettete.

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Kevin Schröder
(Foto: Bernd Schröder)

In der U18 setzte Kevin Schröder in der 4. Runde seine Aufholjagd mit einem schön herausgespielten Französisch-Schwarz-Sieg gegen Cedric Oberhofer (2179) fort, bevor er am Nachmittag mit Weiß gegen Adrian Gschnitzer (2342) in einer typischen Wolga-Gambit-Partie, die in ein komplizierten Schwerfigurenendspiel mit gegenseitigen Freibauern mündete, remisierte.

So ging Kevin mit 3½/5 und einem halben Zähler Rückstand auf die Tabellenspitze in die heutige Runde, die er mit einer Aljechin-Verteidigung gegen FM Thilo Ehmann recht provokativ anlegte. Ehmann opferte frühzeitig einen Bauern auf e6 und verschaffte Kevin zwei Doppelbauern auf e- und g-Linie. Doch Kevin gab den Mehrbauern zum Zwecke der Figurenentwicklung zurück und strebte eine Struktur mit gutem schwarzen Springer gegen einen limitierten weißen Läufer an. Leider unterlief ihm im 28. Zug eine grobe Ungenauigkeit, die dem Weißen ein wichtiges Tempo für den Königsangriff nach einem Bauerndurchbruch-Motiv schenkte. Danach war die schwarze Position nicht mehr zu halten, so dass Kevin seine erste Niederlage quittieren musste. Dennoch beträgt der Rückstand auf die Medaillenplätze in diesem ausgeglichenen Teilnehmerfeld nur einen Zähler, so dass mit einem guten Endspurt noch alle Chancen auf eine gute Platzierung gegeben sind.

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Luisa Bashylina verzeichnete in den vergangenen beiden Tagen eine in der U12w eher ungewöhnliche Serie von drei Remisen. Gegen Lena Kalina (1490) ergab sich in einem Rossolimo-Sizilianer eine leistungsgerechte Punkteteilung. Dagegen war Luisa in der heutigen Vormittags-Runde mit Schwarz gegen Rosalie Werner (1423) dank einer gefährlichen Initiative am Drücker, konnte ihre Positionsvorteile aber nicht verdichten, so dass die Partie zu einem ausgeglichenen Endspiel verflachte.

Ein Wechselbad der Gefühle brachte dann die Nachmittagspartie gegen Yara-Mathilda Stowicek (1542), in der Luisa zunächst eine tolle schottische Positionspartie zeigte, in der sie ihre Vorteile schrittweise verdichtete und so ein Springerendspiel mit gesundem Mehrbauern erreichte. Dann unterlief ihr allerdings nach einem langen Tag direkt nach dem Übergang ins Bauernendspiel ein Rechenfehler, durch den sich das gewonnene Endspiel sogar in ein verlorenes verwandelte. Dazu hätte ihre Gegnerin allerdings die nach einem Freibauernwettrennen forciert entstehende versteckte Chance im Damenendspiel erkennen müssen, was zum Glück für Luisa nicht der Fall war. So rettete ihr ein rechtzeitiges Remisangebot noch einen halben Punkt, auch wenn sie insgesamt mit ihrer Chancenverwertung am heutigen Tag nicht zufrieden sein dürfte.

Aktuell liegt Luisa mit 4/7 auf dem 12. Platz, hat aber in den verbleibenden 4 Runden noch alle Chancen, sich deutlich weiter vorne zu platzieren, wenn sie sich für ihre gute Spielanlage auch mit entsprechenden Resultaten belohnen wird.

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An den letzten drei Tagen finden die abschließenden Runden der älteren Altersklassen jeweils um 9 Uhr statt, während die U12w am Freitag Nachmittag noch eine zusätzliche Partie absolvieren wird.  Somit sollten die nächsten Vormittage zum intensiven Daumendrücken genutzt werden, damit unsere Talente ihre tollen bisherigen Platzierungen auch im Endspurt werden bestätigen oder noch verbessern können!

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