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Oliver Kniest verteidigt Stadtmeistertitel

Die Preisträger: Dieter von Häfen, Peter Riesen, Philipp Nguyen, Kevin Zolfagharian, Wolfgang Steinbach, Joachim Görke, alter und neuer Stadtmeister FM Oliver Kniest, IM Bernd Schneider und Bernhard Fodor (v.l.n.r.)

Erst kurz vor Mitternacht stand am letzten Spieltag bei den wohl spannendsten Stadtmeisterschaften der letzten Jahre fest, wer den Titel erhalten würde. Zwar konnte IM Bernd Schneider in der längsten Partie des Abends Markus Boos mit den schwarzen Steinen niederringen, doch Oliver Kniest, der zuvor Kevin Zolfagharian bezwungen hatte, hatte in der Lotterie der Buchholz-Wertung das größere Glück und konnte so seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen. 

Vor der Schlussrunde hatten gleich vier Akteure mit jeweils 5/6 gleichauf gelegen und konnten damit noch Stadtmeister werden, wobei Bernd Schneider und Oliver Kniest deutliche Wertungsvorteile gegenüber Kevin Zolfagharian und Thomas Lemanczyk für den Fall einer möglichen späteren Punktgleichheit aufwiesen.

Aus diesem Quartett der Titelanwärter verabschiedete sich zunächst der gesundheitlich indisponierte Thomas Lemanczyk. Im Duell der Stadtmeister von 2014 und 2015 mißlang Thomas  bereits die Eröffnung gegen Joachim Görke, der mit Schwarz im Mittelspiel die Initiative an sich reißen konnte und schließlich auf taktischem Wege  entscheidendes Material zum Sieg gewinnen konnte.

Wenig später konnte sich Oliver Kniest im Duell der Teamkollegen gegen Kevin Zolfagharian durchsetzen. Kevin konnte mit Schwarz in einer slawischen Verteidigung keinen vollständigen Ausgleich erzielen und als Olli die Stellung bei heterogenen Rochaden vorteilhaft für sein Läuferpaar öffnen konnte, war die schwarze Stellung nach einer weiteren Ungenauigkeit nicht mehr zu halten.

Damit musste Bernd Schneider mit Schwarz gegen den grundsoliden Markus Boos gewinnen, um noch eine Chance auf den Titel zu haben. In einem Fianchetto-Königsinder musste Bernd  dabei eine Schrecksekunde verkraften, als er im frühen Mittelspiel einen Bauern einstellte. Doch Markus ging an dieser Chance vorbei und geriet schrittweise in die Defensive. Zwar erhielt er für die geopferte Qualität zunächst zwei Bauern, doch bei reduziertem Material erwies sich der schwarze Turm als deutlich stärker, zumal es keine geeigneten Stützpunkte für den weißen Springer gab.

So konnte sich Schneider schließlich durchsetzen und kam dadurch ebenso wie Kniest  auf 6/7. Eine schnelle Addition der Punkte der jeweiligen Gegner sah Schneider  in der Wertung vorne, doch hier wirkten sich die unsäglich vielen Turnierrücktritte und kampflosen Niederlagen nochmals aus. Diese nicht gespielten Partien der Teilnehmer werden für die Buchholz-Wertung anders berücksichtigt, so dass der Computer am Ende einen halben Zähler Vorsprung für Kniest errechnete, der sich durch dieses sehr schmeichelhafte Wertungsglück über eine erfolgreiche Titelverteidigung freuen durfte.

Die weiteren Hauptpreise gingen an Kevin Zolfagharian, Thomas Lemanczyk und Joachim Görke, die alle 5 Zähler erreichten. Ganz starke Turniere spielten Peter Große-Hering (5) und Peter Riesen (4½), die damit nicht nur auf den Rängen 6 und 7 einkamen, sondern sich auch hochverdient die Ratingpreise für DWZ unter 2100 und unter 1900 sichern konnten.

Mit einem in einer weiteren Marathon-Partie gegen Fabian Beyer in der Schlussrunde erkämpften Sieg schob sich der vereinslose Wolfgang Steinbach noch an dem punktgleichen und ebenfalls sehr stark agierenden Dr. Hans-Joachim Boschek in der Seniorenwertung vorbei und krönte damit sein hervorragendes Turnier. Mit Bernhard Fodor konnte sich zudem ein weiterer Routinier über einen Ratingpreis in der vierten Wertungsgruppe freuen.

Auch die Jugend wusste durch die beiden Lokalmatadore Philipp Nguyen (4½) und Luisa Bashylina (3½) überzeugen. Während sich Philipp dadurch den U20-Preis sicherte, war Luisa als U16-Preisträgerin auch in der dritten Ratinggruppe unter 1700 vorne, so dass hier der Preis an FIDE-Schiedsrichter Dieter von Häfen ging.

Abschließend sei allen Preisträgern herzlich gratuliert, aber es bleibt zu hoffen, dass die Zuverlässigkeit einiger Teilnehmer im nächsten Jahr deutlich besser werden wird. Gleich 8 Turnier-Rücktritte und über 20 kampflos verlorene Partien sorgten bei Turnierleitung und den sonstigen Spielern für enormen Verdruß und beeinflussten zudem in sehr unglücklicher Weise die Titelvergabe.

Die nächsten Stadt-Titelkämpfe stehen im April auf dem Programm, wenn IM Bernd Schneider den Titel in seiner Paradedisziplin Blitzschach verteidigen möchte.

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