Fünfte gewinnt Marathon-Match

Entscheidender Sieg durch Sarah Fetahovic

Mit einem etwas schmeichelhaften 4½:3½ gegen den SC Kevelaer gelang unserer V. Mannschaft ein erfolgreicher Start in die Verbandsliga. Zur Matchwinnerin avancierte dabei Sarah Fetahovic, die nach über sechs Stunden Spielzeit und 138 Zügen für den entscheidenden Sieg sorgte.

Vor dem Kampf gab es zunächst einmal eine Schweigeminute, da mit Herbert Dohmes ein langjähriger Stammspieler der Gäste, der sich auch in der Jugendarbeit stark engagiert hatte, vor zwei Wochen unerwartet im Alter von 76 Jahren verstorben war.

Die ersten beiden Stunden unserer Verbandsliga-Saison verliefen dann sehr friedfertig, denn Georg Loriguillo, Dr. Stefan Flesch, Ulrich Waagener und Kapitän Markus Boos trennten sich alle von ihren Gegnern nach jeweils ausgeglichener Eröffnung frühzeitig unentschieden.

Dafür wurde an den anderen vier Brettern gekämpft, und die Stellungen sahen in der Gesamtbetrachtung sehr vielversprechend aus. In der Tat konnte Dennis Wolter kurz vor der Zeitkontrolle die Führung für uns erzielen und feierte dabei ein exzellentes Debüt im SG-Trikot. In der spielerisch sicherlich besten Partie des Tages nutzte Dennis eine Ungenauigkeit seines Gegners in der Eröffnung zur Eroberung des Läuferpaares und vermehrte danach konsequent seine positionellen Vorteile, bis er dadurch entscheidende Materialgewinne erzielen konnte.

Auch Wolfgang Steinbach konnte mit Schwarz in einer klassischen Isolanistruktur schrittweise kleine Vorteile herausarbeiten und schließlich sogar einen Bauern einkassieren, fand jedoch nicht die optimale technische Umsetzung und ließ seinen Gegner in ein Turmendspiel mit zwei gegen drei Bauern am Königsflügel entwischen, das nicht zu gewinnen war.

Am Spitzenbrett hatte sich Oliver Kniest mit Schwarz einen schönen positionellen Vorteil erarbeitet, ließ dann jedoch zuviel unnötiges Gegenspiel zu und patzte in der Zeitnotphase in komplizierter Stellung. Den ersten Fehler ließ sein Gegner noch unbestraft, doch nach einer weiteren Fehlkalkulation von Olli nach der Zeitkontrolle, konnte er in ein Endspiel mit zwei Leichtfiguren gegen Turm abwickeln, das er souverän zum Gewinn führte und dadurch den Ausgleich erzielte.

Somit richteten sich alle auf ein Unentschieden ein, denn Sarah Fetahovic besaß nach 50 Zügen in einer sehr geschlossenen und völlig ausgeglichenen Position keine realen Aussichten auf irgendeinen Hebel. Doch sie versuchte alles, obwohl sie bereits zu diesem Zeitpunkt wieder nur noch vom 30-Sekunden-Inkrement pro Zug lebte, lehnte zwei Remisangebote ihres Gegners ab und hatte nach einer sehr langen Phase des Lavierens auch das notwendige Quäntchen Glück, dass ihr – 60 Jahre älterer – Gegner im 85. Zug einen Bauern einstellte.

Auch danach besaß sie aufgrund des weiterhin geschlossenen Charakters der Position nur marginale Vorteile, doch das Momentum war nun auf ihrer Seite. Schließlich gelang es Sarah eine Linie so zu öffnen, dass sie in einem Dame- und Läuferendspiel mit ihrer stärksten Figur in die gegnerische Position eindringen konnte. Auf diese Weise gewann sie schließlich entscheidendes Material, so dass ihrem Kontrahenten nach 138 Zügen nur die Aufgabe zum 4½:3½ blieb.

Es bleibt zu hoffen, dass dieser besonders hart umkämpfte Auftaktsieg der Mannschaft zusätzliche Energie verleiht. Bereits in drei Wochen steht der zweite Spieltag mit einem weiteren Heimspiel gegen Ratingen III an.

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