Die an nahezu allen Brettern bessere DWZ der VII. Mannschaft konnte im Saisonauftakt in der 1. Bezirksliga gegen die Sfr. Lennep I in einen relativ entspannten 5½:2½-Erfolg umgesetzt werden.
Tim Kondziella hatte bereits nach 50 Minuten Feierabend: Lenneps Brett 7 hat erst seine Brille vergessen und dann leider auch, sein Handy auszuschalten … Helmut Meckel eröffnete an Brett 4 wie gewohnt mit 1. b4 und wurde mit der ausgefallenen Erwiderung 1… b5 konfrontiert, der nach der Lichess-Datenbank nur die zwölftbeliebteste und auch seltenste Antwortzug auf Orang-Utan ist. Den Bauern auf b5 konnte Helmut schnell gewinnen, verlor aber Zeit für eine harmonische Entwicklung, welche einen – relativ schwer vorauszusehenden – Figurenverlust begünstigte. Im Spiel der zwei Fabians an Brett 8 entschied Fabian Beyer mit Weiß erst das königsindische Eröffnungsduell für sich und dann überzeugend die Partie. Souveräne Vorstellung.
An Brett 2 musste sich Stefan Speck gegen einen Winawer-Franzosen erwehren. Stefan kam aussichtsreich aus der Eröffnung, zerstörte mit einem Qualle- und (abgelehnten) Läuferopfer die gegnerische Königsstellung und blieb letztlich nach diesem Intermezzo mit einem Plusbauern übrig, den der Gegner später aber wieder einkassierte. Das verbleibende Turmendspiel war 0.00.
Kurze Zeit später beendeten nahezu zeitgleich auch Fares und Bilal Wawi ihre jeweiligen Partien, wobei ihre Gegner gegen Caro-Kann an beiden Brettern auch jeweils die Vorstoßvariante wählten. So anfänglich einheitlich die Eröffnungen, so unterschiedlich die Spielverläufe. Waren sowohl Fares als auch sein Gegner mit der Eröffnung vertraut mit nachfolgendem wechselhaften Schlachtenglück, wo beide Seiten Chancen auf einen größeren Erfolg liegen gelassen haben (Ergebnis: remis) konnte sich Bilals Gegner aus der Eröffnung heraus, die dann eher einem Vorstoßfranzosen mit entwickeltem weißfeldrigem schwarzem Läufer glich, niemals aus der Umklammerung befreien. Ein Start-Ziel-Sieg von Bilal.
Um den Mannschaftserfolg zu sichern (die letzte laufende Partie von Joachim Görke war zu diesem Zeitpunkt eher als „unklar“ zu qualifizieren), bot Marius Fränzel um 14:40 Uhr seinem Gegner remis an, welches angenommen wurde. Marius wich im Laufe der Partie angebotenen Stellungswiederholungen wiederholt aus und ließ leider zwischenzeitlich eine petite combinaison mit Bauerngewinn aus, was selbstredend ein gelungener Höhepunkt eines sauber gespielten Abtauschfranzosen gewesen wäre. Aber das 4½ steht.
Tja, man darf Joachim einfach keine Freibauern überlassen, auch wenn die Engine sagt, dass die Stellung doch eigentlich ausgeglichen ist … Nach ungewöhnlicher Eröffnung (Keymer-System/Zuckertort) und nach Lichess-Datenbank noch niemals entstandener Stellung nach dem siebten Zug von Weiß hatte Joachim als Schwarzer bis zum 35. Zug stets leichten Nachteil, aber komplizierte Endspiele mit Möglichkeiten, Chancen zu kreieren, sind eben Joachims Ding. Sein Gegner hätte die Partie zwar theoretisch ausgeglichen halten können, was aber beim Spiel auf Inkrement praktisch ein hoffnungsloses Unterfangen war.
Nach diesem klaren Sieg fährt die VII. am 04.10.2026 als Tabellenzweiter zum MTV Langenberg.
Stefan Speck