
Unsere II. Frauen-Mannschaft geht nun auch bereits in ihre dritte Saison in der 2. Bundesliga West und beginnt in diesem Jahr die Spielzeit direkt in unserem Schachzentrum. In den letzten beiden Jahren hatten wir sowohl alle vier Begegnungen in den Heim-Doppelrunden als auch jeweils die Partie am ersten Spieltag verloren. Insofern war das 3:3 gegen den SK Johanneum Eppendorf bereits ein Fortschritt, dennoch trauerten unsere Damen am Abend des Tags der Deutschen Einheit hauptsächlich dem vergebenen Sieg nach.
Erst im letzten Februar hatte unser Sextett am letzten Wochenende der Vorsaison mit einem 4:2-Sieg gegen den SK Johanneum Eppendorf in Delmenhorst den Klassenerhalt gesichert. Nun war das junge Hamburger Team der für ihre gute Jugendarbeit bundesweit bekannten Eppendorfer erstmals in Solingen zu Gast und wir wollten natürlich das damalige Ergebnis gerne wiederholen.
Der Kampf begann auch sehr vielversprechend, denn Ricarda Rohlfs (1823) tappte mit Weiß in einem Spanier gegen Sarah Fetahovic in eine Eröffnungsfalle und verlor frühzeitig eine Figur für nicht hinreichende Kompensation. Zwar leistete sie noch lange erbitterten Widerstand, doch Sarah brachte den vollen Zähler sehr abgeklärt nach Hause.
Bereits vorher hatte Aimée Chen gegen Lara Eggers (1669) ihren ersten Sieg in der 2. Frauen-Bundesliga überhaupt eingefahren. In einer Italienischen Partie gelang es ihr mit einem Bauernopfer, den schwarzen König in der Brettmitte zu halten und die Drohungen gegen den Monarchen so zu verschärfen, dass der Mattangriff nicht mehr zu parieren war, so dass Aimée bereits nach 17 Zügen den vollen Zähler einstreichen konnte.
Da auch am Nachbarbrett Anna Heidtkamp eine gute Stellung mit Mehrbauern besaß, schien alles auf einen Mannschaftssieg hinauszulaufen, als Tatjana Kononenko am Spitzenbrett ein fataler Blackout unterlief. Dort traf sie auf die zuletzt stark aufspielende Triona Eberle (2148) , die in der letzten Saison u.a. für den FC St. Pauli auch einen Sieg in der (allgemeinen) Bundesliga geholt hatte. Nach einer etwas ambitionslosen Eröffnungsphase musste Tatjana mit Weiß zwar präzise spielen, hatte aber vor der Zeitkontrolle ein völlig remises Schwerfigurenendspiel mit jeweils vier Bauern erreicht, als sie bei Ausführung ihres 40. Zuges vergaß, dass ihr Turm attackiert war und diesen einzügig einstellte.
Verständlicherweise war Tatjana danach untröstlich, zumal der Kampf nun wieder völlig offen war, da Diya Dhanasekaran Meenambigai (15) mit Schwarz gegen die noch ein Jahr jüngere Lara Sophie Busch (1863) in eine sehr schwierige Position mit Minusbauer geraten war. Daher war es wichtig, dass die 13jährige Anna Heidtkamp die Nerven bewahrte und ihren Materialvorteil gegen Layla Jänsch in einen vollen Zähler zur 3:1-Führung ummünzte.
Somit kam der Partie von Astrid Winter, die an diesem Wochenende mit ein paar gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, gegen Lotta Kleckbusch (1845) vorentscheidende Bedeutung zu. Hier hatte sich aus einer holländischen Verteidigung eine komplizierte und zweischneidige Position ergeben, in der Astrid sehr ambitioniert einen schwarzen Bauern auf b7 einkassierte, dafür aber eine enorme schwarze Initiative zuließ. In der Zeitnotphase gab sie eine Qualität, um sich vom schwarzen Tag ein wenig zu entlasten. Dies gelang auch vorübergehend, doch bis zum 40. Zug konnte Kleckbusch viel Material tauschen und die Stellung so vereinfachen, so dass Astrid letztlich in einem Endspiel mit Minusqualität landete, das nicht mehr zu halten war.
Wenig später gelang es Diyas Gegnerin nach einer längeren Manövrierphase ebenfalls, aus dem vorteilhaften Schwerfigurenendspiel in ein gewonnenes Bauernendspiel abzuwickeln, so dass unseren Hamburger Gästen der 3:3-Ausgleich gelang.
Wir werden versuchen, uns morgen gegen den Delmenhorster SK für die Niederlage im Februar zu revanchieren und vielleicht dann den ersten Saisonsieg einzufahren.