Zweiter Saisonsieg für Vierte

Trotz einiger Personalsorgen konnte die IV. Mannschaft auch ihren zweiten Kampf in der NRW-Klasse siegreich gestalten. Beim 4½:3½ gegen die Schachfüchse Kempen avancierte Andreas Peschel zum Matchwinner, als er die letzte Partie des Kampfes nach 70 Zügen für sich entscheiden konnte.

Wichtiger Sieg durch Andreas Peschel

Die Schachfüchse Kempen hatten in der letzten Saison als Tabellenzweiter wegen der schlechteren Brettpunkte und zwei anschließenden sehr knappen Stichkampf-Niederlagen nur hauchdünn den Aufstieg in die NRW-Liga verpasst und kamen nahezu in Bestbesetzung ins Schachzentrum.

Dagegen musste Mannschaftsführer Ewald Fichtner bei seiner Aufstellung improvisieren und nach einer kurzfristigen krankheitsbedingten Absage sogar selbst einspringen, obwohl er aufgrund einer anstehenden Dienstreise eigentlich pausieren wollte. Insofern war er über seine relativ schnelle Punkteteilung mit den weißen Steinen nicht unglücklich. Auch Ali Erkay schloss im Duell der Routiniers mit seinem Gegner Franz Paus schnell Frieden.

Für die Führung sorgte dann Dennis Wolter mit einem sehr überzeugenden Schwarz-Sieg. Sein Gegner agierte in einer Königsindisch-Struktur zunächst recht vorsichtig und sah sich dann ausgangs der Eröffnungsphase bereits zu einem Qualitätsopfer genötigt. Hinreichende Kompensation konnte er allerdings nicht nachweisen. Vielmehr hielt Dennis den Druck aufrecht und konnte noch weiteres Material gewinnen, was den Sieg sicherstellte. Auch unser nächster Sieg resultierte aus einem Königsinder. Stephan Borchert hatte mit Schwarz in einer klassischen Struktur nach dem Abtausch aller Schwerfiguren ein ausgeglichenes Leichtfigurenendspiel erreicht, das zudem für ihn etwas leichter zu spielen war. Tatsächlich tat sich sein Gegner schwer, mit seinen etwas passiveren Figuren einen konkreten Plan zu finden und musste schließlich einen Bauern abgeben. Diesen Vorteil münzte Stephan konsequent in einen vollen Zähler um.

Doch die Gäste glichen wieder aus und ausgerechnet die beiden Spieler, die am Freitag die Tabellenführung bei der Stadtmeisterschaft übernommen hatten, waren die Leidtragenden. Maksym Kudlai unterschätzte in einer typischen Caro-Kann-Struktur etwas das schwarze Gegenspiel gegen seinen d4-Bauern und mussten diesen letztlich abgeben. Zwar kämpfte er im Leichtfigurenendspiel noch um einen halben Zähler, konnte die Niederlage aber nicht mehr abwenden. Sehr bitter verlief die Partie am Spitzenbrett bei Kian Scheidtmann, der in einem klassischen System des Najdorf-Sizilianers eine ausgeglichene Position erreichte und dann im Mittelspiel vielleicht etwas zu ambitioniert wurde. Dies kostete ihn in einer komplexen Stellung einen Bauern und nach einem taktischen Versehen letztlich auch die Dame für Turm und Läufer, wonach seine Stellung nicht mehr zu halten war.

Somit musste der Kampf von den Routiniers an den Mittelbrettern entschieden werden. Uli Waagener hatte in einer slawischen Verteidigung mit Schwarz nicht ausgleichen können und war in eine sehr passive Stellung geraten. Er versuchte es mit einem Figurenopfer, das ihm immerhin drei Bauern einbrachte, auch wenn der Weiße weiter deutliche positionelle Vorteile behielt. Doch nach ein paar Ungenauigkeiten konnte Uli mit seinen Freibauern im Turmendspiel genügend Gegenspiel initiieren und erreichte mit seiner gewohnten Zähigkeit, dass sein Gegner die Figur gegen die Bauern zurückgab, so dass die Partie in ein remises Turmendspiel mündete.

Bei Andreas Peschel hatte sich aus einer Reti-Struktur ein lange Zeit sehr ausgeglichenes Mittelspiel ergeben. Doch Andreas lavierte geduldig und vergrößerte schrittweise seine mikroskopischen Vorteile. Schließlich konnte er seinen Springer gegen einen schwarzen Läufer tauschen und baute in der Folge auf sein Läuferpaar. Dieses konnte er zum Gewinn eines Bauern nutzen und hatte dann nach der Zeitkontrolle ein Doppelturmendspiel mit Läufer gegen Springer und diesem kleinen Materialvorteil. Zwar verteidigte sich sein Gegner sehr zäh, doch Andreas zeigte gute Technik und wickelte in ein Turmendspiel ab, in dem letztlich seine Freibauern dem gegnerischen überlegen waren, so dass er nach 70 Zügen das umjubelte 4½:3½ erzielte.

Damit ist der Saisonstart für die Vierte mit 4:0 Zählern sehr gelungen und die Mannschaft möchte Anfang November beim Auswärtsspiel bei DSK III versuchen, diesen Lauf durchzusetzen,

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