Sechste siegt im Bergischen Derby

Mit einem ungefährdeten 6:2-Erfolg gegen den Bahn-SC Wuppertal hat unsere junge VI. Mannschaft den starken Saisonstart in der Verbandsklasse untermauert und sich nach zwei Spieltagen dank der besten Brettpunkte an die Tabellenspitze gesetzt. Der Sieg ging dabei auch in der Deutlichkeit völlig in Ordnung und hätte sogar noch höher ausfallen können.

Die Gäste aus Wuppertal waren nahezu in Bestbesetzung ins Schachzentrum gekommen und nominell sogar minimal besser besetzt, doch unsere Talente machten frühzeitig klar, dass sie die Punkte in Solingen behalten wollten. Dima Kovalyov nahm in einem Alapin-Sizilianer den geopferten Bauern seines Gegnern mit und verteidigte diesen bis zum Partieende, wobei er zunächst mögliches Gegenspiel neutralisierte und schließlich konsequent bis ins gewonnene Bauernendspiel abwickelte. Kurze Zeit später konnte Jaroslav Meijers einen weiteren vollen Zähler einfahren, nachdem er mit Schwarz in einem Damengambit schrittweise die Initiative übernommen und letztlich gewinnbringend eine Qualität gewonnen hatte.

In der gleichen Eröffnungsvariante hatte Efecan Atar ebenfalls bereits eine sehr gefährliche Angriffsposition mit den schwarzen Steinen aufgebaut, als ihm ein völliger Blackout unterlief, der seinem Gegner die Chance zu einem erstickten Matt eröffnete. Ungefähr eine Stunde nach dieser bitteren Niederlage stellte Mannschaftsführer Max Pernizki aber wieder den alten Abstand her. In einem klassischen Königsinder vergaß sein Gegner beim Übergang ins Mittelspiel einen Zwischenzug von Max, so dass dieser zwei Bauern ohne nennenswertes schwarzes Gegenspiel eroberte und diesen Vorteil souverän in einen vollen Zähler ummünzte.

Janis Meijers zeigte gute Endspieltechnik und nutzte seinen Mehrbauern, den er im Mittelspiel eroberte hatte, in einem nicht trivialen Leichtfigurenendspiel zu einem vollen Punkt. Für die endgültige Entscheidung sorgte dann Batuhan Gülcan am Spitzenbrett, der in einer Karlsbader Bauernstruktur mit Schwarz nach etwas zu sorglosem Spiel seines Gegners am Königsflügel unerwartet schnell eine so gefährliche Initiative entwickeln konnte, dass die meisten am Damenflügel befindlichen weißen Figuren ihrem Monarchen nicht mehr hinreichend bei seiner Verteidigung unterstützen konnten.

Ebenfalls auf der Siegerstraße befand sich Bilal Wawi, der in einem weiteren c3-Sizilianer eine vielversprechende Angriffsposition besaß, als er eine Verteidigungsressource seines Gegners übersah. Dadurch wurde dessen Position wieder verteidigungsfähig, aber wie so häufig folgte nach einem ärgerlichen, aber letztlich nicht entscheidenden Fehler ein weiterer Fehlgriff, der den Partieverlauf komplett auf den Kopf stellte, da plötzlich der weiße König in einem Mattnetz zappelte.

Für den Schlusspunkt zum 6:2 sorgte Sarah Fetahovic, die kleine positionelle Vorteile angehäuft hatte und dann in der beiderseitigen Zeitnotphase nach einigem Lavieren letztlich den Angriff forcierte, der ihr entscheidende Materialgewinne einbrachte.

Nach zwei Spieltagen ergibt sich in der Verbandsklasse die kuriose Tabellensituation, dass die Liga in jeweils fünf Mannschaften mit 4:0 oder 0:4 Zählern aufgeteilt ist. Das Team von Max Pernizki reist im November nach Gerresheim zu einer Mannschaft aus der unteren Hälfte und will dort den dritten Saisonsieg einfahren.

Zur Seite der VI. Mannschaft