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Geschwister Sherif beim Millionaire Chess in Las Vegas

Mailk Sherif mit Maurice Ashley

Malik Sherif mit Organisator GM Maurice Ashley

Ein aufregender Herbst liegt hinter Familie Sherif. Ursprünglich war die zweite September-Hälfte für den Start von Amina bei der U14w-Weltmeisterschaft im südafrikanischen Durban reserviert. Nach ihrem zweiten Platz bei der Afrika-Meisterschaft im vergangenen Jahr wurde sie natürlich wieder vom ägyptischen Schachverband nominiert, das Hotel und die Flüge waren gebucht und auch die schachliche Vorbereitung lief auf Hochtouren.

Dann kam jedoch die traurige Nachricht, dass Amina für die zwei Wochen der WM keine Schulbefreiung erhalten würde, da sämtliche für die Qualifikationsphase des Abiturs relevanten Klausuren in jenem Zeitraum liegen würden. Die Enttäuschung bei Amina war natürlich riesig groß und es stellte sich noch ein weiteres Problem: die Flüge waren nicht mehr stornierbar…

Also musste Vater Sherif sein gesamtes Verhandlungsgeschick an den Tag legen und fand eine Lösung. Für den Zeitraum der Herbstferien waren noch genau 4 Plätze für eine Flugreise nach Las Vegas frei und die ursprünglichen Südafrika-Flüge konnten entsprechend umgebucht werden. Das Timing hätte nicht besser sein können, denn vom 09.-13.10.2014 fand im Spielerparadies die erste Auflage des Millionaire Chess-Festivals statt, an dem Malik und Amina dadurch teilnehmen konnten.  Dieses Turnier basiert auf einer Idee von GM Maurice Ashley, der stetig versucht, Schach in den USA populärer zu machen. Mit der finanzkräftigen Unterstützung der Unternehmerin Amy Lee veranstaltete der charismatische Großmeister das erste offene Turnier mit einem Preisfonds von 1.000.000 Dollar!

Das Prinzip des Turniers war dabei typisch amerikanisch: viel Einsatz – viel Gewinn! Während jeder Spieler 1.000 Dollar Startgeld entrichten musste, winkte dem Sieger des Opens die stattliche Summe von 100.000 Dollar, während zum Beispiel der Sieger der Ratingklasse unter 1400 immer noch 24.000 Dollar verbuchen konnte.

Nach einem neunstündigen Flug fanden sich Malik und Amina dann im Ballroom des Planet Hollywood-Hotels zusammen mit 650 anderen Schach-Begeisterten wieder, die zunächst einmal einen ausführlichen Sicherheitscheck wie am Flughafen über sich ergehen lassen mussten. Um in Anbetracht der immensen Preisgelder etwaige Betrugsoptionen von Beginn an auszuschließen, waren ähnlich wie bei der Schach-Olympiade stets Metalldetektoren zu durchlaufen, bevor Einlaß in den Spielsaal gewährt wurde.

Amina Sherif mit Maurice Ashley sein Vetter

Amina Sherif mit Schachjournalist Daaim Shabbaz

Amina startete in der U2200-Kategorie und musste in der ersten Doppelrunde dem Jet Lag Tribut zollen. Jeweils in der fünften Spielstunde unterlief ihr ein entscheidender Fehler und sie startete mit 0/2 ins Turnier. Damit war bereits an dieser Stelle klar, dass das Turnier für sie nur 7 Runden beinhalten würde. In allen Gruppen (mit Ausnahme des Hauptopen, um dort Normmöglichkeiten sicherzustellen) wurden nämlich 7 Runden Schweizer System gespielt, bevor die jeweils vier Erstplazierten dann am »Millionaire Monday« im KO-System die großen Preisgelder ausspielten.

Auch Malik hatte in der U1800-Kategorie zum Auftakt mit seinem Schlafdefizit zu kämpfen und startete mit einer Niederlage und einem Remis. In der Folge kam er jedoch immer besser ins Spiel und landete am Ende nach einem Sieg und drei weiteren Remisen mit 3/7 auf dem 66. Platz unter 120 Teilnehmern. Fast noch mehr Spaß brachte ihm seine Teilnehmer am internationalen Kinder-Tandem-Turnier.

Noch besser lief es im Open für Amina, die in den folgenden 5 Runden vier Siege erzielen konnte und dabei unter anderem die US-amerikanische U18-Meisterin bezwingen konnte. Die Gesamtausbeute von 4/7 brachte Amina auf Platz 31 unter 92 Spielern und besserte ihre Urlaubskasse immerhin um 600 Dollar auf!

Darüber hinaus war Amina auch journalistisch aktiv. Zum einen führte sie für ein Schulprojekt ein Gespräch mit Organisator Maurice Ashley, zum anderem wurde sie selbst vom bekannten US-Schach-Journalisten Daaim Shabbaz interviewt. Das Gespräch kann man sich auf dessen Seite »The chessdrum« anhören: zum Interview.

Neben vielen weiteren spannenden Kontakten zu Schachspielern aus aller Welt warteten dann zum Abschluss noch einige Tage echter Urlaub im Grand Canyon – insgesamt kein schlechtes Alternativprogramm für eine verpasste Jugend-Weltmeisterschaft!

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