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Ein Unentschieden und zwei Brettpreise zum Meisterschaftsfinale

Nach der Siegerehrung: Melanie Münder, Elizabeth Kublanov, Luisa Bashylin, Dana Berelowitsch und Trainer Joachim Görke mit ihren Pokalen.

Mit einem 2:2 gegen die SK Nordhorn-Blanke beschloss unsere U14w-Mannschaft  die von Eberhard Schabel und seinem Orgateam von Tura Harksheide sehr gut organisierten deutschen Meisterschaften in Neumünster. Der Ärger über den ersten Punktverlust hielt sich aber sehr in Grenzen, da die vorzeitige Titelverteidigung in exakt der gleichen Mannschaftsbesetzung wie im Vorjahr durchaus dazu geführt hatte, dass die letzte Nacht nicht nur zum Schlafen genutzt worden war. Zudem durften sich Topscorerin Luisa Bashylina mit 7/7 am vierten Brett und Spitzenbrett Melanie Müdder (6/7) noch über die persönliche Auszeichnung als beste Spielerinnen an ihren Brettern freuen. 

Es war eine sehr passende Auslosung, in der letzten Runde auf die SK Nordhorn-Blanke zu treffen. Im Vorjahr war dies nämlich für unsere U14w der Erstrundengegner gewesen, so dass sich tatsächlich der Kreis der beiden wunderbar verlaufenden Meisterschaften schloss. Selbstverständlich waren die Mädels noch motiviert, ihre perfekte Bilanz von 14:0 Zählern aus dem Vorjahr zu wiederholen, doch  der enorme Spannungsverlust nach dem vorzeitigen Turniersieg in Verbindung mit dem Schlafdefizit ließen den Kampf recht offen erscheinen.

Völlig unbeeindruckt zeigte sich jedoch die Topscorerin des gesamten Turniers, Luisa Bashylina, die mit Schwarz in einem Vorstoß-Franzosen gegen Luise Hallfarth (1429) im Mittelspiel die Initiative an sich riß und wenig später entscheidendes Material gewann. Wenig später erhielt Melanie Müdder die Erlaubnis zum Remisschluss gegen Inken Meijering (1638), da ihr dies den ersten Brettpreis am Spitzenbrett sicherte.

Auch Dana Berelowitsch einigte sich im Anschluss mit Lena Reichelt (1549) auf eine Punkteteilung in vielleicht noch minimal besserer Position. Für die verrückteste und wildeste Partie war zum Abschluss wieder einmal Elizabeth Kublanov zuständig, die gegen Jule Wolterink (1347) in einer französischen Nebenvariante eine Position aufs Brett zauberte, in der sich nach 10 Zügen ihr König auf e2 und der schwarze auf d7 befand, während noch alle Figuren auf dem Brett waren! In diesem Naturschachstil ging es weiter und obwohl Elli  zwischenzeitlich einen glatten Mehrturm besaß, kreierte ihre Gegnerin unverdrossen weiter taktische Drohungen gegen den weißen König. Ihre Kreativität und der Kampfgeist wurden belohnt, denn bei gewohnt knapp werdender Bedenkzeit verlor Elizabeth in der komplexen Stellung die Übersicht und musste ihrer Gegnerin zum Sieg gratulieren, der gleichbedeutend mit dem 2:2 und unserem ersten Punktverlust war.

Bei der Siegesfeier: Das Betreuerteam mit den Meisterinnen im Hintergrund.

Doch über diesen winzigen Schönheitsfehler konnte nicht nur Elizabeth, sondern auch die gesamte Solinger Delegation schnell lachend hinwegsehen. Diese hat als Team hinter unseren vier Mädels einen immensen Anteil an beiden Meistertiteln. Daher gebührt ein besonderer Dank an Roman Bashylin, Rafael Müdder und Alexander Berelowitsch  an die hervorragenden Vorbereitungen. Häufig sogar noch wichtiger ist die fortdauernde moralische Unterstützung zwischen den Runden, die in diesem Jahr von Valentina Bashylina sowie Irina und Vladislav Kublanov vor Ort sowie von Tatjana Rosenfeld und Familie Müdder aus der Heimat geleistet wurde.

Ganz besonders soll hier zudem noch einmal Joachim Görke gewürdigt, der im Jahre 2010 die Mädchenmannschaft aufbaute und seitdem fortwährend als stets fürsorglicher und umsichtiger Mannschaftsführer und absolut vorbildlicher »Vater der Kompanie« betreut. Ohne sein grandioses Engagement wären diese Erfolge niemals möglich gewesen!

Bereits in seiner ersten Saison war Elizabeth Kublanov – viele Jahre als Nesthäkchen – dabei, die nun mit ihrer sechsten U14w-DVM-Teilnahme zur absoluten Rekordteilnehmerin geworden ist. Sie war im abgelaufenen Jahr schachlich fast gar nicht aktiv, doch demonstrierte mit ihren 5/7 erneut, dass man sich bei Meisterschaften immer auf sie verlassen kann. Bei etwas mehr Praxis und etwas weniger spektakulären Zeitnotdramen hätte sie sicherlich noch deutlich größeres Potential. Dana Berelowitsch (4/7) ist das Ideal einer Mannschaftsspielerin. Obwohl in diesem Jahr sichtlich nicht in Bestform, war sie immer bereit im Sinne des Teams ein Remis anzustreben oder auf Gewinn zu spielen und lieferte ihre besten Leistungen zuverlässig in den Spitzenkämpfen ab.

Für Melanie Müdder (6/7) bedeutete das nach dem Vorjahr erneute Topergebnis am Spitzenbrett ein schönes Comeback nach dem tragischen Verpassen des Deutschen U14w-Einzelmeistertitels in diesem Sommer. Sie wird sich mit ihrem Ehrgeiz auch diesen Titel bestimmt irgendwann sichern können. Während diese drei nun ab sofort in der U16 aktiv sein werden, kann Luisa Bashylina noch drei Jahre in der U14 weiterspielen. Dies ist umso beeindruckender, als es auch für Luisa bereits ihre fünfte (!) Meisterschaft war. Sie wurde den aufgrund dieser immensen Erfahrung in sie gesetzten Erwartungen am vierten Brett mit dem perfekten Ergebnis von 7/7 absolut gerecht. Da sie auch bereits in der NRW-Vor- und Endrunde ebenfalls die optimale Punktausbeute erzielte, kommt sie in dieser Saison auf eine Bilanz von 19/19, was trotz der jungen Gegnerschaft bereits verdeutlicht, welches sehr große Talent hier schlummert.

Als Mannschaft haben uns diese vier Mädchen in den vergangenen beiden Jahren mehr als verwöhnt. Sie beenden ihre gemeinsame U14w-Team-Karriere nicht nur mit zwei mit insgesamt 27:01 Punkten errungenen Deutschen Meistertiteln, sondern blieben in den beiden Spielzeiten in insgesamt 38 Kämpfen auf NRW- und Deutscher Ebene ungeschlagen!

Die gesamte Schachgesellschaft gratuliert diesem »Dream Team« zu dieser grandiosen Leistung und wir freuen uns bereits darauf, wenn Ihr Euch im kommenden Jahr als eines der jüngsten Mannschaften bei der Deutschen Meisterschaft U20w einer neuen Herausforderung stellen werdet!

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