
Mit einem 4½:3½ beim Südlohner SV gelang unserer III. Mannschaft ein erfolgreicher Auftakt in die NRW-Liga. Kevin Zolfagharian sicherte in der letzten Partie des Tages mit seinem Sieg gegen IM Bosko Tomic (2403) den Mannschaftserfolg und wurde damit zum Matchwinner, nachdem wir zuvor auch ein ordentliches Quäntchen Glück gehabt hatten.
Ende April hatte die Dritte erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt in der NRW-Liga sichern können, nachdem zuvor der erste Saisonsieg erst am sechsten Spieltag gelungen war. In dieser Spielzeit soll eine solche Zitterpartie vermieden werden, so dass wir motiviert in den ersten Auswärtskampf in Südlohn gingen. Dieser hielt direkt ein Wiedersehen mit unserem langjährigen Teamkollegen und Trainer Thomas Michalczak bereit, der in diesem Sommer zum ambitionierten Aufsteiger aus dem Münsterland gewechselt war.
Tom spielte einen ehrgeizigen Aufbau in einem Alapin-Sizilianer gegen Merlin Mänken und hatte etwas Glück, dass Merlin eine Ungenauigkeit nicht konsequenter ausnutzte, so dass die Partie wenig später mit einer Punkteteilung endete. Dieses Ergebnis gab es kurz vor der Zeitkontrolle auch bei Markus Boos, dessen Gegner mit Schwarz in einem Dameninder die Initiative an sich zu reißen drohte. Doch Markus fand einen eleganten Weg, mittels doppeltem Qualitätsopfer ein Dauerschach zu forcieren.
Im Anschluss gingen die Gastgeber in Führung: Andreas Peschel hatte mit Schwarz in der Eröffnung nicht ausgleichen können und sein Gegner spielte im Anschluss eine sehr starke Partie, in der er auch mögliche Fudelchancen frühzeitig im Keim erstickte. Für den Ausgleich sorgte nach der Zeitkontrolle Kian Scheidtmann, der nach einem schwierigen sizilianischen Mittelspiel ein Leichtfigurenendspiel mit Läufer und einem Mehrbauern gegen den schwarzen Springer erreicht hatte, das er zum Sieg verwerten konnte.
Die anderen vier Partien gingen alle über die Zeitkontrolle hinaus und boten noch einige Dramatik. Tatjana Kononenko knetete lange Zeit zunächst ein miminal besseres Doppel- und dann einfaches Turmendspiel mit Mehrbauern, doch wieder einmal zeigte sich die Komplexität dieser Endspiele, so dass sich ihre Gegnerin mit starker Verteidigung einen halben Zähler verdiente.
Im Anschluss folgte vielleicht der entscheidende Wendepunkt des Kampfes: Ewald Fichtner war in einer der hoffnungslosen Varianten der ominösen Turmendspiele mit drei Minusbauern ohne jegliche Kompensation gelandet. Die einzige verbliebene Resthoffnung basierte auf seinem einzigen verbliebenen Bauern, der es immerhin auf die zweite Reihe geschafft hatte, aber gut durch den weißen Turm kontrolliert wurde. Doch in völliger Gewinnstellung hatte sein Gegner einen fatalen Blackout und ließ ohne Not ein Seitenschach von Ewalds Turm zu, so dass dieser unter Tempogewinn in Zusammenarbeit mit seinem König eine Brücke bauen und damit die gegnerische Kontrolle des Freibauern unterbrechen konnte. Statt des zu erwartenden Rückstands konnten wir uns erstmals über eine knappe Führung freuen.
Parallel hatte sich Michael Berg aus einer zwischenzeitlich klar schlechteren Stellung, in der er nach einer Fehlkalkulation in einem komplizierten königsindischen Stellungstyp gelander war, wieder in die Partie gekämpft und ein Leichtfigurenendspiel mit praktischen Remischancen erreicht, bevor ihm die Partie letztlich erneut entglitt.
So musste beim Stand von 3½: 3½ die Partie am Spitzenbrett entscheiden, wo Kevin Zolfagharian im Mittelspiel eine Qualität gewonnen hatte. Doch sein Gegner IM Bosko Tomic kreierte vor der Zeitkontrolle mit seinem Springerpaar so viele Gegenchancen, dass er in der Position nach 40 Zügen gute Chancen auf einen halben Zähler besaß. Doch ein schwarzer Fehlgriff erlaubte Kevin die Damen zu tauschen und damit die Quelle des schwarzen Gegenspiels zu beseitigen. So konnte sein Turmpaar einige schwarze Bauern einsammeln und die weißen Freibauern sicherten uns nach 66 Zügen den enorm wichtigen vollen Zähler zum ersten Mannschaftssieg mit 4½:3½.
Am 04.10. geht es in Ratingen direkt gegen den nächsten Aufsteiger.