Auftaktsieg für Vierte

Mit einem 5:3-Auswärtssieg beim SV Lendersdorf 57 ist unserer IV. Mannschaft ein guter Start in die NRW-Klasse gelungen. Beim hart umkämpften Erfolg in Düren überzeugte dabei vor allem die Jugendachse bestehend aus Janis Meijers, Efecan Atar und Dima Kovalyov, die drei volle Zähler beisteuerte.

Souveräner Schwarz-Sieg für Efecan Atar

Da mehrere Stammkräfte nicht zur Verfügung standen, war beim SV Lendersdorf, der zwei Aufstiege hintereinander gefeiert hatte und mit der entsprechenden Euphorie in das erste NRW-Klassen-Spiel der Vereinsgeschichte ging, ein Match auf Augenhöhe zu erwarten.

Dies spiegelte sich auch auf den Brettern wider: nach einer frühen Punkteteilung von Kian Scheidtmann, der mit Schwarz bequem ausgeglichen hatte, wurde in den restlichen Partien sehr ambitioniertes Schach gespielt. Eine sehr schöne Partie als Weißer gegen die Königsindische Verteidigung gelang dabei Janis Meijers, der mit einem Mattangriff die Führung erzielte. Während Mutter Inna Gaponenko mit dieser Leistung sicherlich sehr glücklich war, haderte sie deutlich mehr mit ihrer eigenen vergebenen Chance am Spitzenbrett. Aus einer komplexen Schottischen Partie hatte sie sich einen klaren Vorteil mit Mehrbauern erarbeitet, als sie etwas zu ungeduldig die Dinge forcieren wollte und dadurch ihrem Gegner die Chance auf ein Dauerschach bot, so dass er sich über einen unerwarteten halben Zähler freuen konnte.

Kurz vor der Zeitkontrolle wendete sich dann das Blatt in zwei Partien entscheidend zu unseren Gunsten. Insbesondere Dima Kovalyov durfte sich hier über das notwendige Quäntchen Glück freuen: in einer strategisch für ihn sehr verdächtigen Position hatte er Material geopfert, um bei heterogenen Rochaden zumindest Gegenchancen zu kreieren. Dies zeigte unerwarteten Erfolg, denn trotz eines zwischenzeitlichen Mehrturms verlor sein Gegner vermutlich auch im Hinblick auf seinen etwas luftig platzierten König schrittweise die Kontrolle über die Stellung, so dass Dima die Partie vollständig drehen konnte und uns eine sehr wertvolle Zwei-Punkte-Führung bescherte.

Denn in den Partien der Routiniers gab es einige kritische Positionen zu verzeichnen. Stephan Borchert hatte die Caro-Kann-Verteidigung etwas zu ambitioniert attackiert und verlor in der Folge einen Bauern, wonach sein Gegner starke Technik zeigte und diesen Vorteil sauber verwertete. Auch Uli Waagener stand mit Schwarz in einer Reti-Struktur gegen das weiße Läuferpaar etwas schlechter, als sein Gegner einen Bauern einstellte. Zwar wies er immer noch genügend Kompensation auf, doch das Momentum wechselte entscheidend, so dass er nur wenige Züge stärker seine Position richtig verdorben hatte. Uli ließ sich die Chance nicht entgehen und konterte ihn zum 4:2 aus.

Damit war der Kampf praktisch entschieden, denn Efecan Atar zeigte eine sehr starke Schwarz-Partie. Gegen das Keymer-System glich er in der Eröffnung aus, übernahm dann im Mittelspiel schrittweise die Initiative und erreichte nach einer taktischen Abwicklung letztlich ein Turmendspiel mit Mehrbauern, das seinem Gegner aufgrund von Efecans deutlich aktiverem Turm aber kaum Remischancen bot. Dank guter Technik durfte sich Efecan nach 60 Zügen letztlich über einen verdienten vollen Punkt und den damit gesicherten Mannschaftssieg freuen.

Der wichtige Teamerfolg konnte Dennis Wolter zumindest ein wenig trösten, auch wenn er über seine eigene Partie verständlicherweise sehr verärgert war. Mit Schwarz hatte er in einem Philidor-Endspiel zwei geopferte Bauern eingesammelt und die Initiative des Gegners weitestgehend neutralisiert, so dass er sich sehr berechtigte Hoffnungen auf einen vollen Zähler machen konnte. Doch vor der Zeitkontrolle ließ er zuviel Gegenspiel zu und verlor bei knapper werdender Bedenkzeit die Kontrolle über die Position, so dass in einem Endspiel mit Minusqualität landete, das trotz seiner Mehrbauern nicht zu verteidigen war.

Nach dem 5:3 freut sich die Vierte nun auf das Heimdebüt, wenn am 11. Oktober im Schachzentrum die Schachfüchse Kempen empfangen werden.

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