Kantersieg für Fünfte

Mit einem ungefährdeten 7:1-Erfolg gegen die allerdings auch äußerst ersatzgeschwächte 3. Mannschaft des Ratinger SK hat sich unsere V. Mannschaft nach zwei Spieltagen mit 4:0 Zählern und einem halben Brettpunkt Vorsprung an die Tabellenspitze gesetzt.

Nach dem doch etwas schmeichelhaften Auftakterfolg vor vier Wochen gegen Kevelaer sollte beim zweiten Heimspiel in Folge diesmal ein spielerisch überzeugenderer Auftritt her. Da unsere Gäste aus Ratingen massive Personalprobleme hatten und nur drei Stammspieler ans Brett brachten, gingen wir an allen Brettern mit nominellen Vorteilen als Favorit in die Partie.

Aus diesem Grunde verzichtete Dirk Rittmann auch auf unnötige Risiken und offerierte seinem Gegner nach ausgeglichener Eröffnungsphase die Punkteteilung. Nach knapp zwei Stunden brachte uns dann Dr. Stefan Flesch in Führung. In einer statischen Königsindisch-Struktur hatte er mit Weiß frühzeitig einen Bauern erobert und wickelte dann routiniert ins Endspiel ab, wo sich sein Gegner nach Verlust eines zweiten Bauern geschlagen gab.

Etwas unerwartet erhöhte Uli Waagener die Führung wenig später auf zwei Zähler. In einer etwas ungewöhnlichen slawischen Abtauschvariante hatte Uli mit Schwarz bequem ausgeglichen und stand vielleicht mikroskopisch besser, als sich sein Gegner nach einem mißglückten Manöver plötzlich einen Springer fangen ließ. Dennis Wolter behielt in einer Reti-Struktur immer die positionelle Kontrolle über die Stellung und erreichte schließlich ein vorteilhaftes Schwerfigurenendspiel mit zahlreichen gegnerischen Bauernschwächen. Dennoch konnte er sich einigen noch zu leistenden technischen Aufwand einsparen, als der Schwarze durch ein taktisches Versehen einen Turm einstellte.

Der einzige SG-Akteur, der sich trotz dieses komfortablen Vorsprungs vermutlich nicht richtig wohl in seiner Haut fühlte, war Marius Linke, der sich mit Schwarz gegen einen typischen königsindischen Angriff verteidigen musste und selbst nur ein deutlich langsameres Gegenspiel am Damenflügel vorweisen konnte. Zum Glück war sein im vollen Angriffsmodus befindlicher Gegner sehr freigiebig mit seinem Material. Marius sammelte die geopferten Figuren ein, behielt in der Verteidigung die Nerven und konnte schließlich die gegnerische Attacke vollständig entschärfen, wonach er seinen Materialvorteil zum vierten Sieg des Tages verwertete.

Deutlich technischer kam Georg Loriguillo zum vollen Zähler: In einem Damengambit glich er mit Schwarz bequem aus, erarbeitete sich eine leichte Initiative, durch die er mit einer kleinen Taktik einen Bauern gewann. Diesen Vorteil münzte er dann souverän im Läuferendspiel nach knapp vier Stunden zur Zeitkontrolle in einen vollen Zähler um.

Etwas komplizierter gestaltete sich die Vorteilsverwertung bei Wolfgang Steinbach, dessen Gegner in einer Königsindisch-Struktur kontinuierlich neue Ressourcen für Gegenspiel produzierte. Doch Wolfgang ließ sich nicht beirren, blieb geduldig und durfte sich schließlich nach 60 Zügen über den sechsten Solinger Sieg des Tages freuen.

So hatte es nur statistischen Wert, dass ausgerechnet die Partie am Spitzenbrett am längsten dauerte, wo Oliver Kniest bereits nach 16 Zügen mit einem Figurengewinn die Entscheidung hätte herbeiführen können. Stattdessen wickelte er in ein Endspiel mit nur einem Mehrbauern ab und zeigte dort schwache Technik, so dass sein Gegner in einem ungleichfarbigen Läuferendspiel noch mit einem Remis für seine zähe Verteidigung belohnt wurde.

Dank des 7:1-Erfolgs liegt die Fünfte im Führungstrio der Verbandsliga nach Brettpunkten aktuell knapp vorne und darf sich über die Tabellenführung bis Mitte November freuen, wenn das erste Auswärtsspiel in Erkelenz ansteht.

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