
Zum Auftakt der Jugend-Bundesliga West musste unsere U20 I eine 11:13 (2½:3½)-Niederlage gegen Turm Krefeld hinnehmen. Die beiden Siege von Batuhan Gülcan und Kaspar Immel reichten leider nicht aus, um die Niederlagen an den Spitzenbrettern zu kompensieren.
Nach drei Jahren ist unsere U20 I zurück in der Jugend-Bundesliga West und möchte unbedingt den Klassenerhalt schaffen. Dies wird nach dem altersbedingten Ausscheiden von Kian Scheidtmann und Yaroslava Sereda als das Team mit dem schwächsten DWZ-Schnitt der Liga nicht einfach werden, aber unter der Mannschaftsführung des ebenfalls nun aus Altersgründen nicht mehr spielberechtigten Aufstiegs-Captain Max Pernizki soll die positive Überraschung umgesetzt werden.
Zum Auftakt ging es im Niederrhein-Derby gegen den letztjährigen Tabellenzweiten Turm Krefeld. Ein Vergleich der Wertungszahlen beider in Bestbesetzung angetretener Teams verdeutlichte die Taktik für den Kampf: die Gäste waren an den ersten drei Brettern nominell deutlich favorisiert, während wir versuchen mussten, an den hinteren Brettern zu punkten.
Zum Auftakt setzten die Gäste diesen Matchplan etwas effizienter um: Efecan Atar war mit Weiß gegen den erst 13jährigen FM Mikhailo Nezhyvenko (2217) in einer Reti-Struktur nicht gut aus der Eröffnung gekommen und erhielt im weiteren Partieverlauf gegen seinen stark spielenden Gegner wenig Chancen, die Stellung zu verkomplizieren, so dass er letztlich zu viele Bauern verlor, um die Position noch halten zu können. Einen ähnlichen Partieverlauf gab es am Nebenbrett, wo Sarah Fetahovic mit Schwarz gegen den sonst für Monheim/Baumberg aktiven Yusuf Amini (2153) nicht vollständig ausgleichen konnte und immer eine positionell leicht nachteilhafte Position verteidigen musste, bevor sie in Zeitnot letztlich entscheidende Materialverluste hinnehmen musste.
Der Anschlusstreffer ging dann auf das Konto von Batuhan Gülcan, der in einem komplexen und taktischen Mittelspiel die etwas schwächere Königsposition seines Gegners Roman Krivosheia (1865) nutzte und dank eines Doppelangriffs entscheidendes Material gewann. Danach trennte sich Maksym Kudlai kurz vor der Zeitkontrolle Remis, nachdem sein Kontrahent Paul Schuricht (1877) einen Dauerangriff auf die schwarze Dame forciert hatte. Letztlich musste Maksym individuell damit zufrieden sein, da er zuvor in einer Königsindisch-Struktur strategisch sehr verdächtig gestanden hatte.
Allerdings bedeutete es für uns faktisch den Verlust des Mannschaftskampfes, denn Paul hatte richtig erkannt, dass sein Bruder FM Emil Schuricht (2217) am Spitzenbrett gegen Merlin Mänken herausgearbeitet hatte. Merlin hätte in der Eröffnung mit Schwarz unternehmungslustig einen Bauern geopfert, konnte aber nicht genügend Kompensation nachweisen. Nach einigen taktischen Scharmützeln landete er letztlich in einer Position mit reduziertem Material, in der die beiden weißen Leichtfiguren dem schwarzen Turm überlegen waren, was Emil auch souverän zum vollen Zähler ummünzte.
Zum Abschluss sorgte Kaspar Immel noch für Ergebniskosmetik. In einer statischen und relativ ausgeglichenen Position verlor Jakob Gwardak (1763) nach der Zeitkontrolle ein wenig die Geduld, so dass Kaspar ein paar Bauern einsammeln und nach fünf Stunden einen vollen Zähler zum Endstand von 11:13 (2½:3½) erzielen konnte.
Die nächste Chance auf Mannschaftspunkte gibt es Mitte November beim ersten Auswärtsspiel in Dortmund-Brackel.