Zweites Remis in der 2. Frauen-Bundesliga

Unsere Spitzenbretter am Sonntag: Tatjana Kononenko arbeitslos, Sarah Fetahovic am Ende glücklos

Die Stimmungslage nach dem zweiten Spieltag in der 2. Bundesliga war bei unserem II. Frauen-Team ähnlich wie am Samstag Abend. Gegen den Delmenhorster SK gab es erneut ein 3:3, das sich aber nach dem Kampfverlauf wie bereits gestern eher nach einem Punktverlust als – gewinn anfühlte.

In den beiden vergangenen Spielzeiten hatte es gegen Delmenhorst für uns einen knappen Sieg und eine knappe Niederlage gegeben, so dass wir auch diesmal ein sehr enges Duell erwarteten. Unsere Gäste mussten allerdings ein doppeltes Handicap verkraften: einerseits stand ihr Spitzenbrett vom Samstag, Anastasia Erofeev, nicht zur Verfügung. Vor allem aber war die nun an Brett 1 aufgerückte Germaine Kickert (1973) über Nacht erkrankt, so dass sie das Brett freilassen mussten. Auf diesem Wege gute Besserung an Germaine! Tatjana Kononenko war jedenfalls sehr traurig, dass sie sich nach ihrem taktischen Malheur in der gestrigen Partie nicht unmittelbar rehabilitieren konnte.

Die beiden nächsten Partien verliefen unspektakulär: Astrid Winter konnte mit den schwarzen Steinen in einem c3-Sizilianer gegen Dagmar Aden (1890) bequem ausgleichen, so dass nach zahlreichen Figurentäuschen nach 26 Zügen Frieden geschlossen wurde. Ein weiteres Remis gab es Diya Dhanasekaran Meenambigai, die gegen Stephanie Wollscheid (1759) in einem Damengambit ebenfalls keinen Vorteil erzielt hatte.

So ging es mit einem Zwischenstand von 2:1 in die Zeitnotphase, wo unsere Hoffnungen auf der Partie von Sarah Fetahovic lagen. Diese hatte sich mit Weiß in einem königsindischen Angriff gegen Hannah Möller (1962) eine exzellente Angriffsposition herausgespielt und hätte diese mit einem Figurenopfer erfolgreich vollenden können. Bei knapper Bedenkzeit fand sie aber das entscheidende Element in der Variantenberechnung nicht und zögerte einen Zug zu lange. Dies gab Hannah die Chance, sich zu konsolidieren und die Partie vollständig zu drehen. Nach geschaffter Zeitkontrolle besaß Sarah ein trostloses Leichtfigurenendspiel mit zwei Minusbauern, das nicht mehr zu halten war.

Zum Glück hatte Anna Heidtkamp parallel ihr bisher bestes Zweitliga-Wochenende perfekt gemacht. Gegen Andrea Wenke (1791) besaß sie in einer Position mit reduziertem Material nur minimale positionelle Vorteile, als ihrer Gegnerin durch eine taktische Unachtsamkeit ein wichtiger Bauer abhanden kam. In der Folge deplatzierte sie auch ihren Turm, so dass Anna letztlich noch eine Figur gewinnen und damit ihren zweiten Sieg des Wochenendes einfahren konnte.

Dieser volle Punkt zum zwischenzeitlichen 3:1 war auch sehr wichtig, denn nach der Niederlage von Sarah kämpfte auch Aimée Chen mit dem Rücken zur Wand. Aimée hatte gewohnt kämpferisch mit Schwarz nach ausgeglichenem Eröffnungsverlauf in einem Londoner System gegen Emmilie König (1783) ein Remisangebot abgelehnt. Danach agierte sie aber etwas zu ambitioniert und blieb auf einer Bauernschwäche sitzen, die langfristig nicht zu verteidigen war. Nach der Zeitkontrolle resultierte daraus ein Damenendspiel, das Aimée trotz zäher Gegenwehr nicht verteidigen konnte, so dass sich die Delmenhorster aus schwieriger Ausgangslage ein 3:3 verdienten.

Auch wenn wir gerne zumindest einen der beiden Kämpfe gewonnen hätten, bilden 2:2 Punkte einen soliden Start in die Saison und eine gute Basis im Kampf um den Klassenerhalt. Ende November geht es für die II. Frauen-Mannschaft mit der Doppelrunde in Lehrte weiter.

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