Schwache SG-Jugend in Bezirksauswahl

Bereits zum 16. Mal wurde der Vergleichskampf der Bezirks-Jugend-Teams aus dem Schachverband Niederrhein ausgetragen, an dem sich seit einigen Jahren auch Auswahlmannschaften aus dem niederländischen Brabant und Limburg beteiligen. Grundsätzlich stellt dieses Schnellschachturnier den Saisonabschluss dar, musste aber diesmal in den August verlegt werden. In diesem Jahr traf man sich im holländischen Asten und traditionell bestanden die Mannschaften aus zwölf Brettern, wobei jeweils zwei Spieler auf die Gruppen U20, U18, U16, U14, U12 und Mädchen entfielen.

Erstmalig stellte unsere Jugend die halbe Mannschaft, zudem war noch Clara Wirths nominiert gewesen, die jedoch die Teilnahme am Open in Apolda vorzog. Durch einige weitere Absagen in der Bergischen Auswahl war schnell klar, dass mehr als ein Mittelfeld-Platz gegen die anderen nahezu alle in Bestbesetzung angetretenen Teams nicht erreichbar wäre. Doch leider kam zur nominellen Unterlegenheit an diesem Tag auch noch die schwache Form vieler Akteure hinzu, so dass man lediglich einen 7:5 Erfolg über den Drittplazierten Brabant feiern konnte und schließlich mit 2:10 Zählern auf dem letzten Platz landete, während die Schachjugend Düsseldorf das Turnier souverän gewann.

Christopher Blomel spielte als U18-Spieler wegen der Personalnot am zweiten U20-Brett und konnte mit 3/6 überzeugen, während Benedikt Marquardt und Anton Hannewald mit jeweils 2½ Zählern an den Spitzenbrettern der U18 und U16 enttäuschten. Unser U12-Duo Yannic Neuhaus und Philipp Andrä erzielte mit jeweils 3 Punkten ein durchschnittliches Ergebnis im Rahmen der Erwartungen.

Dagegen war Kathleen Weiland leider kein guter Abschied vom Jugendschach vergönnt. Nach fünf Jahren als zuverlässige Punktesammlerin im Verein und Bezirk musste sie in ihrer letzten Jugendschach-Veranstaltung am 1. Mädchenbrett ausschließlich gegen stärkere Konkurrenz antreten und deshalb mit einem Sieg aus sechs Partien zufrieden sein.

Ergebnisse unter www.nbsb.nl

Gold und Bronze für Lorenz Drabke bei NATO-Meisterschaft

darbke.jpgKurz vor Beginn seines Studiums war unser Zweitligaspieler Lorenz Drabke nochmals für die Bundeswehr im Einsatz. Bei den vom 21.–25. August in England ausgetragenen NATO-Meisterschaften erreichte der an Position 5 gesetzte Lorenz letztlich mit 5½/7 den geteilten dritten Platz. Mit vier Siegen und drei Unentschieden erspielte er dabei eine Elo-Performance von 2447 und erhielt dank der besseren Wertung vor der punktgleichen Elisabeth Pähtz die »Bronzemedaille«. Vor Drabke landeten mit 6 Zählern der für Baden Baden spielende IM Andreas Schenk und der sensationell auftrumpfende Ex-28er Thomas Fiebig. Dementsprechend gewannen die Deutschen fast schon traditionell auch die Mannschaftswertung.

Ergebnisse, Fotos und weitere Infos unter www.chessbase.de

Jan Werle in Topform

Vom 13.–25. August 2006 fand in London das stärkste dort ausgetragene Rundenturnier seit 1986 statt. Das Staunton-Memorial in Erinnerung an den bekannten englischen Angriffsspieler des 19. Jahrhunderts wies die Kategorie 11 (Elo-Schnitt 2513) auf und war in einer Art Länderkampf mit fünf Briten, einem Kanadier und sechs Holländern besetzt.

In deren Kontingent befand sich auch unser Bundesliga-Spieler Jan Werle, der ein ausgezeichnetes Turnier erwischte. Nominell eher zum Mittelfeld des Turniers zu zählen, erzielte er frühzeitig fünf Siege und konnte unter anderem dem englischen Weltklassespieler Michael Adams ein Remis abknöpfen. Leider verließen Jan in der Schlussphase ein wenig die Kräfte, so dass er zwar noch gegen Turniersieger Ivan Sokolov remisieren konnte, aber gegen Jan Timman und Peter Wells auch zwei Niederlagen hinnehmen musste.

Dennoch konnte er mit 7/11 auf dem vierten Platz hinter den „großen Drei“ Sokolov, Adams und Timman sehr zufrieden sein und gewann mit seiner 2600er- Performance einige Elo-Punkte hinzu.

Mehr Infos unter: www.howardstaunton.com

Halbzeit beim Kampf der Generationen

Ein äußerst interessanter Wettkampf findet vom 19.–29. August in Amsterdam statt. Entsprechend dem Motto unseres Challenge Cups treffen dort ein Team aufstrebender Talente gegen eine Mannschaft ehemaliger Weltklassegroßmeister in einem doppelrundigen Scheweninger System-Wettkampf aufeinander.

Besonders interessant ist dabei aus Solinger Sicht, dass bei den Jungmeistern neben den »Stars« Magnus Carlsen und Sergej Karjakin sowie dem chinesischen Riesentalent Wang Hao auch unsere Holländer Daniel Stellwagen und Jan Smeets am Start sind. Dabei treffen sie bei den Routiniers auch auf Artur Jussupov, dessen Mannschaft von Ulf Andersson, Alexander Beljawski und den zuletzt nahezu inaktiven Ljubomir Ljubojevic und dem Ex-Solinger Dr. John Nunn komplettiert wird.

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Jussupow gegen Stellwagen in Rd. 6 – ½:½

Die Youngster waren nicht nur wegen ihres 30 Zähler besseren Elo-Schnitts, sondern vor allem wegen ihrer viel umfangreicheren Praxis in den vergangenen Jahren klar favorisiert, mussten dann aber eine überraschende 1½:3½-Niederlage in der Auftaktrunde hinnehmen, obwohl sie alle Weiß hatten. Besonders bitter war dabei, dass Daniel nach einer positionellen Lehrstunde von Artur Jussupov das Duell genau in dem Moment aufgab, als Artur die Partie gerade einzügig eingestellt hatte. Doch die Talente schlugen mit einem 3½:1½-Erfolg mit den schwarzen Steinen zurück, zu dem auch Daniel einen Sieg über Dauerkämpfer Alexander Beljawski beitrug. Die beiden Folgeduelle endeten jeweils Unentschieden, bevor die »Legenden« in Runde 5 erneut eine 1½:3½-Niederlage hinnehmen mussten und damit zur Halbzeit mit 11½:13½ zurückliegen.

Daniel Stellwagen liegt ebenso bei 2½/5 wie Artur Jussupov, der in Runde 4 gegen Karjakin unterlag. Jan Smeets konnte zwar den Serben Ljubojevic bezwingen, musste dafür aber eine Niederlage gegen Beljawski und einen heftigen Verlust gegen Dr. Nunn einstecken und hat somit zwei Zähler auf dem Konto.

Eine Übersicht über die erste Turnierhälfte gibt es unter www.chessbase.com

Viele weitere Infos und Fotos auf der Turnierseite http://nhchess.quinsy.net/

Zysk im Rahmen der Erwartungen

Die zweite Station seiner Griechenland-Schachreise führte Robert Zysk vom 13.–21. August zum Acropolis-Festival nach Athen, das stets aus jeweils einem exzellent besetzten Damen-Turnier und einem Einladungs-Open besteht. Dort fanden sich diesmal 68 Spieler, darunter 17 GM und 15 IM ein. Robert spielte ein sehr wechselhaftes Turnier mit vier Siegen, zwei Unentschieden und drei Niederlagen und landete im Rahmen seiner Elo-Erwartung mit 5 Zählern auf dem 22. Platz. Seine besten individuellen Ergebnisse lagen in den Remisen gegen den serbischen GM Dragen Solak (2564) und Frauen-Weltmeisterin Antoaneta Stefanova (2520).

Alle Ergebnisse und zahlreiche Fotos gibt es unter www.chessfed.gr

Sipke Ernst geteilter Sieger in Tilburg

Zwar konnte er seine angestrebte letzte GM-Norm nicht erfüllen, aber zum Abschluss der Sommerturniere reichte es für Sipke Ernst zumindest noch zu einem geteilten Turniersieg. Beim traditionellen Wochenendturnier, dass der Verein »Stukkenjaggers« vom 18.–20.08. in Tilburg ausrichtete, erreichte Sipke in der mit 108 Teilnehmern gut besuchten A-Gruppe (2 GM, 10 IM) den geteilten 1.–5.Rang mit 5/6. Nach einem Remis in der zweiten Runde ließ er drei Siege folgen, bevor er in der Schlussrunde mit Schwarz gegen den topgesetzten GM Korneev (2638) remisierte. Damit landete Sipke nach Buchholz auf dem vierten Rang, was genau seiner Startranglistenposition entsprach.

Weitere Infos unter www.stukkenjagers.nl.

Überragender Markus Schäfer in Mainz

Das Ordix-Open brach als das traditionelle Hauptturnier der Mainzer Chess Classics in diesem Jahr alle Rekorde. Am 19./20.08. fanden sich sensationelle 632 Spieler, darunter 68 GM und 53 IM zum stärksten Schnellschach-Open der Welt ein, in dem auch diesmal traditionell 11 Runden in 25-Minuten-Partien absolviert werden mussten.

Von dieser Rekordteilnehmerzahl ließ sich offenbar auch IM Markus Schäfer inspirieren, der als Nummer 119 der Setzliste an seine exzellente Form von den Open in Solingen und Amsterdam anknüpfte und das Schnellschach-Turnier seines Lebens spielte. Bereits der erste Tag verlief perfekt, denn nach zwei Pflichtsiegen gegen nominell schwächere Spieler gelangen Markus Punkteteilungen gegen IM Rainer Buhmann (2552), GM Aleksandr Berelovich (2571) und zum krönenden Abschluss gegen GM Alexej Schirov (2699), so dass er ungeschlagen und mit 3½ Zählern voller Selbstvertrauen in den zweiten Tag gehen konnte.

Dort startete er erneut mit einem Sieg gegen einen schwächeren Gegner, um dann einen vollen Zähler gegen GM Zoltan Medvegy (2503) und ein Remis gegen GM Zoltan Dizdar (2541) folgen zu lassen. Mit einer exzellenten Zwischenbilanz von 6/8 in diesem Weltklassefeld wurde sein Lauf erst durch den ehemaligen Anand-Trainer Elizbar Ubilava (2521) unterbrochen.

Doch Markus ließ sich durch diese Niederlage nicht beeindrucken, besiegte danach den lettischen GM Viesturs Meyers (2482) und sicherte sich mit einem Schwarz-Erfolg in der Schlussrunde über den ungarischen IM Tomasz Banusz (2480) nicht nur den ersten Preis in der Ratingkategorie unter 2400, sondern mit 8/11 und dem 37. Gesamtrang ein absolut herausragendes Ergebnis. Die Qualität seines Resultates lässt sich am besten dadurch ablesen, dass Markus bei gleichem Ergebnis im Turnierschach eine GM-Norm übererfüllt hätte. Somit bleibt nur noch zu hoffen, dass Markus diese Form auch bei den kommenden Aufgaben im Europapokal und in der NRW-Liga zeigen kann.

Alle Ergebnisse unter www.chesstigers.de

Yannic Neuhaus überzeugt beim JBEM-Start

Mit einem »Rumpfteam« musste die SG-Jugend heute in der ersten Runde der traditionell in Wuppertal-Elberfeld ausgetragenen Jugend-Bezirks-Einzelmeisterschaften an den Start gehen, die mit 64 Spielern erneut eine hervorragende Beteiligung aufweisen. Aus verschiedenen Gründen waren gleich fünf der elf Solinger Starter verhindert und mussten ihre Auftaktpartien verlegen. Erstmalig ist unsere Jugendabteilung übrigens in allen Altersklassen vertreten.

In der U12 bilden Titelverteidiger Philipp Andrä, Jan Porstmann und Thorben Voigt die ersten drei Positionen der Setzliste, kamen aber heute noch nicht zum Einsatz.

Dafür überzeugte Yannic Neuhaus (Nummer 5 der Setzliste) als einziger Solinger Starter in der U14. Unser U12-Vizemeister des Vorjahres traf im Spitzenspiel auf den talentierten Velberter Matthias Vavro (an Position 4 gesetzt) und konnte diesen in einer von beiden Seiten hochklassig geführten Partie schließlich bezwingen.

Die Partien der beiden U16-Starter Leo Rizzi und Lucas Eichhorn wurden ebenfalls verlegt.

Licht und Schatten gab es in der U18: So musste sich der topgesetzte Sven Zoglowek nach schwacher Leistung mit den weißen Steinen gegen den Mettmanner Eduard Hartwig geschlagen geben. Auch der letztjährige U16-Meister und Zweite der Setzliste, Anton Hannewald stand gegen den Elberfelder Walther Scharlipp am Rande einer Niederlage, konnte aber dank dessen schwacher Technik sogar noch den vollen Zähler erringen. Zu souveränen Erfolgen kamen dagegen die zum erweiterten Favoritenkreis zählenden Alexander Kirschbaum (auch wenn er sich das Leben nach klarem Eröffnungs-Vorteil noch unnötig schwer machte) und Tobias Leuther, der das Vereinsduell mit Robert Lams für sich entscheiden konnte.

Die zweite Runde findet am 2. September in Elberfeld statt.

Zur Ergebnisübersicht unserer Spieler

Tobias Leuther neuer Jugendsprecher

Mit ihrem traditionellen Grillfest, das erneut von unserem Präsidenten Frank Borkott gesponsort wurde, feierte die Jugendabteilung ihre sehr erfolgreiche vergangene Saison und stimmte sich bei Würstchen und Steaks auf die kommende Spielzeit ein. Zudem fand in diesem gemütlichen Rahmen die ordentliche Jugendversammlung statt, in der die Jugendvereinsmeister geehrt wurden. Als neuer Jugendsprecher wurde Tobias Leuther gewählt.

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Lorenz Drabke überzeugt beim Chess960

Die Mainzer Chess Classics gehen in diesem Jahr bereits in ihre 13. Auflage. Seit mehr als einem Jahrzehnt bereits als die inoffizielle Schnellschach-Weltmeisterschaft bekannt, versucht Organisator Hans Walter Schmitt im Rahmen seines Schachfestivals in den vergangenen Jahren vor allem das Chess960 zu fördern, bei dem die Figurenaufstellung auf der Grundreihe ausgelost wird, so dass es 960 verschiedene Anfangsstellungen gibt.

Neben den verschiedenen Zweikämpfen um die Chess960-WM in den Kategorien allgemein, U20, Damen und Senioren wurde in diesem Jahr am 17. und 18.08. zum fünften Mal das Finet960-Open ausgetragen, dessen Sieger sich für den WM-Zweikampf des kommenden Jahres qualifizierte. Da auch der Preisfond in Mainz stets exzellent ist und es auch eine Kombinationswertung im Chess960 und Schnellschach gibt, nahmen 249 Spieler das Turnier in der neuen Schachart auf, dass genau wie das folgende Schnellschach-Open am Wochenende in 11 Runden mit 25 Minuten-Partien ausgetragen wurde.

Die Besetzung war mit 60 GM und 35 IM wieder einmal herausragend, so dass sich unser Zweitligaspieler IM Lorenz Drabke lediglich auf Platz 78 der Setzliste wiederfand. Doch Lorenz, der im Januar bei unserem Chess960-Turnier den zweiten Rang belegt hatte, stellte seine exzellenten Qualitäten in dieser Disziplin eindrucksvoll unter Beweis. Mit 7/11 landete er unter den ersten 40 Plätzen, obwohl er einen sehr starken Gegnerschnitt besaß. So musste er gegen sechs Großmeister antreten und konnte mit dem für Bindlach spielenden Michail Prusikhin (2547), den Griechen Stelios Halikas (2551) und dem langjährigen Anand-Trainer Elizbar Ubilava (2531) drei von ihnen bezwingen.

Weitere Infos zu den Mainzer Chess-Classics auf www.chesstigers.de