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Adventskalender: Lösung 19

Jedem Verein bereitet es besondere Freude, wenn man beobachten kann, wie Nachwuchsspieler aus der eigenen Talentschmiede später auch in den Topmannschaften des Clubs erfolgreich sind. Insofern wird die Entwicklung von Kevin Zolfagharian bereits seit vielen Jahren besonders wohlwollend verfolgt.

Kevin kam im Jahre 2010 im für heutige Verhältnisse späten Alter von 13 Jahren in unseren Verein und zeigte sehr schnell sein immenses Talent. Mit exzellentem taktischem Gespür gesegnet und viel Fleiß war er bereits wenige Jahre später bei diversen Deutschen Jugendvereinsmeisterschaften am Start. Während er bei den nationalen U16-Titelkämpfen in den Jahren 2012 und 2013 jeweils als bester Scorer unserer Mannschaft mit 5½/7 und 6/7 überzeugte, war sein größter Erfolg im Jugendbereich sicherlich der herausragende dritte Platz mit unserem Team bei den deutschen U20-Vereinsmeisterschaften des Jahres 2014, bei der er zusammen mit Jan Hobusch ein formidables Spitzenduo gegen viele nominell stärkere Gegner bildete.

Leider konnte der amtierende Solinger Stadtmeister, der in diesem Jahr seinen dritten Titelgewinn bei diesem Turnier feierte, in den letzten Jahren durch Studienbelastung und einige gesundheitliche Probleme sich nur eingeschränkt seinem Schach widmen. Dennoch zeigte z.B. seine Performance beim Grenke-Open 2019 in Karlsruhe, wo er nur um einen halben Zähler seine erste IM-Norm verfehlte, wieviel schachliches Potential noch in Kevin schlummert.

Kevin Zolfagharian
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Adventskalender: Lösung 18

Predrag Nikolic

In jeder Mannschaftssportart kennt man die besonderen Spieler, die dafür sorgen, dass die Teamleistung letztlich besser als die Summe der individuellen Qualitäten der Einzelnen ist. Sofern man eine solche »Seele der Mannschaft« auch in einem noch individueller geprägten Schach-Team wie unserer Bundesligamannschaft suchen würde, dann fällt diese Rolle zweifellos Predrag Nikolic zu.

Der inzwischen 62jährige Bosnier spielt bereits seit 1998 für unseren Verein und gehört damit zu den dienstältesten Akteuren im Bundesligakader. Seine schachliche Qualifikation ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben, da er über den Zeitraum von 25 Jahren kontinuierlich zu den Top 50 der Weltrangliste gehörte. Neben diversen Siegen bei hochrangigen Turnieren wie z.B. 1989 in Wijk aan Zee verpasste er vielfach nur knapp ganz große Erfolge auch bei offiziellen Meisterschaften.

So qualifizierte er sich 1990 erstmals für die Kandidatenwettkämpfe um die Weltmeisterschaft, unterlag im Viertelfinale aber im Schnellschach-Tiebreak nach einem 4:4 gegen die damalige Nummer 4 der Welt, Boris Gelfand. 2004 wurde er geteilter Europameister, unterlag dann aber erneut im Schnellschach-Stichkampf gegen Vasily Ivanchuk. Seine schachliche Klasse lässt sich vielleicht am besten dadurch verdeutlichen, dass er sowohl gegen Anatoli Karpov als auch Viktor Kortschnoi bei jeweils mehr als 20 gespielten Partien ein leicht positives Score besitzt.

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Adventskalender: Lösung 17

Die wunderbaren Erfolge, die unser Verein in den letzten Jahren im Bereich des Mädchen- und Frauenschachs feiern konnte, sind untrennbar mit dem Namen Melanie Müdder verbunden. Mellie führte in den Jahren 2016 und 2017 die U14w-Mannschaft und im Dezember 2019 das U20w-Team jeweils zum deutschen Meistertitel.

Dabei sorgte sie am Spitzenbrett stets für schachliche Stabilität und machte sich parallel um ein stets sehr gutes Mannschaftsklima verdient. Dieser tolle Team Spirit, der in vielen knappen Kämpfen häufig entscheidend sein kann, ist inzwischen auch in unserem Frauenteam zu spüren, das in diesem Jahr mit dem zweiten Aufstieg in Folge in die Bundesliga einen famosen Erfolg feiern konnte.

Der einzige Wermutstropfen in Melanies Jugendschachkarriere besteht zweifellos darin, dass ihr ein deutscher Einzelmeistertitel versagt blieb, weil ihr bei einigen Gelegenheiten als beste Spielerin des Turniers die Nerven in den Schlussrunden einen Streich spielten.

Melanie Müdder
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Adventskalender: Lösung 16

Wenn man die Frage stellt, welches unserer aktuellen Mitglieder das größte schachliche Potential aufweist, dürfte der Name Jorden van Foreest die mit Abstand meistgenannte Antwort sein. Er wurde mit 16 Jahren Großmeister und hält damit weiterhin den Rekord als jüngster niederländischer Spieler, dem dieser Titel verliehen wurde.

Dabei war es sicherlich hilfreich, dass in seiner Familie das Schach-Gen seit Generationen offenbar weitergegeben wird. Schließlich waren sein Ururgroßvater Arnold und sein Ururonkel Dirk am Ende des 19. Jahrhunderts bereits jeweils dreimal niederländischer Landesmeister. Diesen Titel konnte sich Jorden ebenfalls als 17-jähriger im Jahre 2016 sichern, während er bei der Austragung 2019 im Stichkampf seinem jüngeren Bruder Lucas unterlegen war. Ein weiteres hochtalentiertes Mitglied der van Foreest-Schachfamilie ist seine 15jährige Schwester Machteld, die im kommenden Jahr ihr Debüt in unserer Frauenbundesligamannschaft geben wird.

Jorden van Foreest
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Adventskalender: Lösung 15

Dr. Florian Handke, hier im Duell mit Jan Timman

Als Jugendlicher gehörte Dr. Florian Handke zu den vielversprechendsten deutschen Talenten und wurde bereits mit 21 Jahren Großmeister. Dennoch entschied er sich nach dem Abitur und einem Jahr in der Sportfördergruppe der Bundeswehr gegen eine Karriere als Profi und schlug die Juristenlaufbahn ein. Inzwischen arbeitet er als Strafrichter am Landgericht Aachen.

Da er aufgrund der Konzentration auf Studium und spätere Promotion nicht so viele Turniere spielen konnte, nahm die Bundesliga für ihn stets einen besonderen Stellenwert ein. Nachdem er in der Jugend bei der SG Porz ausgebildet wurde, wechselte er als 18jähriger zum SV Wattenscheid, für den er 14 Jahre aktiv war, bevor sich deren Team aus der obersten deutschen Liga zurück zog. So kam er 2014 nach Solingen und gehörte zur erfolgreichen Meistermannschaft 2016.

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