Zysk im Rahmen der Erwartungen

Die zweite Station seiner Griechenland-Schachreise führte Robert Zysk vom 13.–21. August zum Acropolis-Festival nach Athen, das stets aus jeweils einem exzellent besetzten Damen-Turnier und einem Einladungs-Open besteht. Dort fanden sich diesmal 68 Spieler, darunter 17 GM und 15 IM ein. Robert spielte ein sehr wechselhaftes Turnier mit vier Siegen, zwei Unentschieden und drei Niederlagen und landete im Rahmen seiner Elo-Erwartung mit 5 Zählern auf dem 22. Platz. Seine besten individuellen Ergebnisse lagen in den Remisen gegen den serbischen GM Dragen Solak (2564) und Frauen-Weltmeisterin Antoaneta Stefanova (2520).

Alle Ergebnisse und zahlreiche Fotos gibt es unter www.chessfed.gr

Sipke Ernst geteilter Sieger in Tilburg

Zwar konnte er seine angestrebte letzte GM-Norm nicht erfüllen, aber zum Abschluss der Sommerturniere reichte es für Sipke Ernst zumindest noch zu einem geteilten Turniersieg. Beim traditionellen Wochenendturnier, dass der Verein »Stukkenjaggers« vom 18.–20.08. in Tilburg ausrichtete, erreichte Sipke in der mit 108 Teilnehmern gut besuchten A-Gruppe (2 GM, 10 IM) den geteilten 1.–5.Rang mit 5/6. Nach einem Remis in der zweiten Runde ließ er drei Siege folgen, bevor er in der Schlussrunde mit Schwarz gegen den topgesetzten GM Korneev (2638) remisierte. Damit landete Sipke nach Buchholz auf dem vierten Rang, was genau seiner Startranglistenposition entsprach.

Weitere Infos unter www.stukkenjagers.nl.

Überragender Markus Schäfer in Mainz

Das Ordix-Open brach als das traditionelle Hauptturnier der Mainzer Chess Classics in diesem Jahr alle Rekorde. Am 19./20.08. fanden sich sensationelle 632 Spieler, darunter 68 GM und 53 IM zum stärksten Schnellschach-Open der Welt ein, in dem auch diesmal traditionell 11 Runden in 25-Minuten-Partien absolviert werden mussten.

Von dieser Rekordteilnehmerzahl ließ sich offenbar auch IM Markus Schäfer inspirieren, der als Nummer 119 der Setzliste an seine exzellente Form von den Open in Solingen und Amsterdam anknüpfte und das Schnellschach-Turnier seines Lebens spielte. Bereits der erste Tag verlief perfekt, denn nach zwei Pflichtsiegen gegen nominell schwächere Spieler gelangen Markus Punkteteilungen gegen IM Rainer Buhmann (2552), GM Aleksandr Berelovich (2571) und zum krönenden Abschluss gegen GM Alexej Schirov (2699), so dass er ungeschlagen und mit 3½ Zählern voller Selbstvertrauen in den zweiten Tag gehen konnte.

Dort startete er erneut mit einem Sieg gegen einen schwächeren Gegner, um dann einen vollen Zähler gegen GM Zoltan Medvegy (2503) und ein Remis gegen GM Zoltan Dizdar (2541) folgen zu lassen. Mit einer exzellenten Zwischenbilanz von 6/8 in diesem Weltklassefeld wurde sein Lauf erst durch den ehemaligen Anand-Trainer Elizbar Ubilava (2521) unterbrochen.

Doch Markus ließ sich durch diese Niederlage nicht beeindrucken, besiegte danach den lettischen GM Viesturs Meyers (2482) und sicherte sich mit einem Schwarz-Erfolg in der Schlussrunde über den ungarischen IM Tomasz Banusz (2480) nicht nur den ersten Preis in der Ratingkategorie unter 2400, sondern mit 8/11 und dem 37. Gesamtrang ein absolut herausragendes Ergebnis. Die Qualität seines Resultates lässt sich am besten dadurch ablesen, dass Markus bei gleichem Ergebnis im Turnierschach eine GM-Norm übererfüllt hätte. Somit bleibt nur noch zu hoffen, dass Markus diese Form auch bei den kommenden Aufgaben im Europapokal und in der NRW-Liga zeigen kann.

Alle Ergebnisse unter www.chesstigers.de

Yannic Neuhaus überzeugt beim JBEM-Start

Mit einem »Rumpfteam« musste die SG-Jugend heute in der ersten Runde der traditionell in Wuppertal-Elberfeld ausgetragenen Jugend-Bezirks-Einzelmeisterschaften an den Start gehen, die mit 64 Spielern erneut eine hervorragende Beteiligung aufweisen. Aus verschiedenen Gründen waren gleich fünf der elf Solinger Starter verhindert und mussten ihre Auftaktpartien verlegen. Erstmalig ist unsere Jugendabteilung übrigens in allen Altersklassen vertreten.

In der U12 bilden Titelverteidiger Philipp Andrä, Jan Porstmann und Thorben Voigt die ersten drei Positionen der Setzliste, kamen aber heute noch nicht zum Einsatz.

Dafür überzeugte Yannic Neuhaus (Nummer 5 der Setzliste) als einziger Solinger Starter in der U14. Unser U12-Vizemeister des Vorjahres traf im Spitzenspiel auf den talentierten Velberter Matthias Vavro (an Position 4 gesetzt) und konnte diesen in einer von beiden Seiten hochklassig geführten Partie schließlich bezwingen.

Die Partien der beiden U16-Starter Leo Rizzi und Lucas Eichhorn wurden ebenfalls verlegt.

Licht und Schatten gab es in der U18: So musste sich der topgesetzte Sven Zoglowek nach schwacher Leistung mit den weißen Steinen gegen den Mettmanner Eduard Hartwig geschlagen geben. Auch der letztjährige U16-Meister und Zweite der Setzliste, Anton Hannewald stand gegen den Elberfelder Walther Scharlipp am Rande einer Niederlage, konnte aber dank dessen schwacher Technik sogar noch den vollen Zähler erringen. Zu souveränen Erfolgen kamen dagegen die zum erweiterten Favoritenkreis zählenden Alexander Kirschbaum (auch wenn er sich das Leben nach klarem Eröffnungs-Vorteil noch unnötig schwer machte) und Tobias Leuther, der das Vereinsduell mit Robert Lams für sich entscheiden konnte.

Die zweite Runde findet am 2. September in Elberfeld statt.

Zur Ergebnisübersicht unserer Spieler

Tobias Leuther neuer Jugendsprecher

Mit ihrem traditionellen Grillfest, das erneut von unserem Präsidenten Frank Borkott gesponsort wurde, feierte die Jugendabteilung ihre sehr erfolgreiche vergangene Saison und stimmte sich bei Würstchen und Steaks auf die kommende Spielzeit ein. Zudem fand in diesem gemütlichen Rahmen die ordentliche Jugendversammlung statt, in der die Jugendvereinsmeister geehrt wurden. Als neuer Jugendsprecher wurde Tobias Leuther gewählt.

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Lorenz Drabke überzeugt beim Chess960

Die Mainzer Chess Classics gehen in diesem Jahr bereits in ihre 13. Auflage. Seit mehr als einem Jahrzehnt bereits als die inoffizielle Schnellschach-Weltmeisterschaft bekannt, versucht Organisator Hans Walter Schmitt im Rahmen seines Schachfestivals in den vergangenen Jahren vor allem das Chess960 zu fördern, bei dem die Figurenaufstellung auf der Grundreihe ausgelost wird, so dass es 960 verschiedene Anfangsstellungen gibt.

Neben den verschiedenen Zweikämpfen um die Chess960-WM in den Kategorien allgemein, U20, Damen und Senioren wurde in diesem Jahr am 17. und 18.08. zum fünften Mal das Finet960-Open ausgetragen, dessen Sieger sich für den WM-Zweikampf des kommenden Jahres qualifizierte. Da auch der Preisfond in Mainz stets exzellent ist und es auch eine Kombinationswertung im Chess960 und Schnellschach gibt, nahmen 249 Spieler das Turnier in der neuen Schachart auf, dass genau wie das folgende Schnellschach-Open am Wochenende in 11 Runden mit 25 Minuten-Partien ausgetragen wurde.

Die Besetzung war mit 60 GM und 35 IM wieder einmal herausragend, so dass sich unser Zweitligaspieler IM Lorenz Drabke lediglich auf Platz 78 der Setzliste wiederfand. Doch Lorenz, der im Januar bei unserem Chess960-Turnier den zweiten Rang belegt hatte, stellte seine exzellenten Qualitäten in dieser Disziplin eindrucksvoll unter Beweis. Mit 7/11 landete er unter den ersten 40 Plätzen, obwohl er einen sehr starken Gegnerschnitt besaß. So musste er gegen sechs Großmeister antreten und konnte mit dem für Bindlach spielenden Michail Prusikhin (2547), den Griechen Stelios Halikas (2551) und dem langjährigen Anand-Trainer Elizbar Ubilava (2531) drei von ihnen bezwingen.

Weitere Infos zu den Mainzer Chess-Classics auf www.chesstigers.de

Sandipan wird Zweiter in Goa

Nach einer nicht optimal verlaufenen vergangenen Saison möchte unser indischer Nationalspieler Sandipan Chanda in dieser Spielzeit auch in der Bundesliga wieder an alte Erfolge anknüpfen. Dazu absolviert er im August u.a. ein zweiwöchiges Trainings-Camp mit dem früheren Weltklassespieler Jan Ehlvest.

Zuvor startete er jedoch vom 06.–13. August beim Open in Goa, einem der attraktivsten indischen Touristenziele. Unter 235 Teilnehmern war er als einziger Großmeister vor 10 IM der Topfavorit des Turnieres, musste jedoch nach einer Niederlage in der 9. Runde gegen sein Olympia-Teamkollegen IM Singh die Hoffnungen auf den Turniersieg begraben. Dennoch war er schließlich mit 9/11 und dem zweiten Platz zufrieden.

Weitere Infos zu diesem Turnier auf www.chessbase.de

Daniel Stellwagen in Vlissingen gut plaziert

Bei der letzten Station des inoffiziellen niederländischen Open-Grand-Prix (Amsterdam, Dieren, Vlissingen) waren mit Daniel Stellwagen und Jan Smeets auch wieder zwei unserer niederländischen Legionäre vom 05.–13. August am Start. Das Turnier in Vlissingen ist sicherlich das stärkste holländische Turnier, das in nur einer Gruppe ausgetragen wird. Auch in diesem Jahr waren mit 250 Spielern, darunter 13 GM und 21 IM, erneut Quantität und Qualität vorhanden, wobei Daniel und Jan als Nummer 9 bzw. 11 der Setzliste zum erweiterten Favoritenkreis gehörten.

Für Daniel lief das Turnier ähnlich wie in Amsterdam: Er wagte einige Experimente in der Eröffnungsphase, spielte auch sicher, gab jedoch zu viele Remisen gegen schwächere Spieler ab. Erst durch zwei Siege in den Schlussrunden konnte er sich mit 7/9 auf den geteilten 5.–11. Platz nach vorne schieben. Die Tatsache, dass er als ungeschlagener Spieler einige Elo-Punkte einbüsste, deutet aber bereits an, dass die Gesamtleistung eher durchschnittlich war.

Für Jan Smeets lief es dagegen zunächst gut, so dass er sich mit 5/6 und einem Remis gegen den an Nummer 1 gesetzten Neu-Türken Michail Gurewitsch (2671) auf dem Weg zu einer Spitzenplazierung befand. Doch ein schlechter Endspurt mit einer Niederlage gegen den dänischen IM Steffen Pedersen in Runde 8 machte alle Hoffnungen zunichte, und Jan musste mit 6½ Zählern auf dem geteilten 12.–22. Platz zufrieden sein.

Für beide Spieler war es übrigens die Generalprobe zu einem interessanten Team-Wettbewerb, der am 20.08.2006 in Amsterdam startet. Dort treffen fünf ehemalige Weltklasse-Großmeister (u.a. mit Artur Jussupov) auf fünf hoffnungsvolle Talente (u.a. Magnus Carlsen, Sergej Karjakin), in deren Mannschaft auch Stellwagen und Smeets spielen werden.

Weitere Infos zum Turnier in Vlissingen findet man unter www.hztoernooi.nl

U16 holt den sechsten Platz auf NRW

Nur hauchdünn verlor unser U16-Quartett gegen die favorisierte SG Bochum im Stichkampf um den fünften Platz in dieser Konkurrenz. Dabei musste das Team mit der Hypothek in den Kampf gehen, dass Spitzenbrett Sven Zoglowek nicht zur Verfügung stand.

Der Ersatzmann Thorben Voigt konnte sich auch diesmal nur partiell zu einem langsameren Spielstil zwingen. Da sein Gegner aber munter mitblitzte, kam es zu vielen vergebenen Chancen auf beiden Seiten. In einer dennoch immer spannenden Partie stand am Ende der etwas überraschende halbe Punkt für Thorben. Alex Kirschbaum spielte eine sichere Eröffnung gegen einen stärkeren Kontrahenten, seine Position war nur etwas passiv und es fehlte ein aktiver Plan. Nach einigem Lavieren hatte diese Passivität einige Felderschwächen und schließlich einen Figurenverlust zur Folge. Dennoch bewies Alex aufsteigende Form. Auch für Tobias Leuther stand letzten Endes die Null, nachdem er aus einer Caro-Kann-Eröffnung gut ins Mittelspiel gekommen war, dort aber einer taktischen Finesse seines Gegners unterlegen war. Anton Hannewald spielte am Spitzenbrett den Englischen Angriff im Sizilianer gegen einen äußerst starken Kontrahenten. Dieser hatte offenbar nicht mit einer derart scharfen Gegenwehr gerechnet, so dass er Zug um Zug den Faden und schließlich unter dem Jubel der SG-Jugend die Partie gegen Anton verlor, der damit den ersten 2000er-Skalp seiner Karriere einheimste.

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Zweite Jugend hält die Verbandsliga

Durch einen letztlich etwas zu hoch ausgefallenen 5½:2½-Sieg im Stichkampf um den Klassenerhalt in der Jugend-Verbandsliga Niederrhein gegen die Gäste aus Rheinberg wurde der Klassenerhalt der zweiten Jugendmannschaft sichergestellt.

Da wir kein Mädchen nominieren konnten (dieser Kampf ist noch einer aus der letzten Spielzeit; in der kommenden Spielzeit muss in Jugend-Begegnungen kein Mädchen mehr nominiert werden) lagen wir zu Beginn des Kampfes mit 0:1 im Hintertreffen, hatten aber ansonsten die Wunschformation am Start. Durch den fast schon traditionellen Blitz-Sieg von Thorben Voigt war der Rückstand aber schnell ausgeglichen. Auch Yannic Neuhaus ließ sich nicht beirren und überspielte seinen Gegner schon in der Eröffnung. Mit Glück und Geschick besorgte Lukas Rasspe Lange wenig später das 3:1, dem Jan Porstmann aus einem eigentlich ausgeglichenen ungleichfarbigen Läuferendspiel unter tatkräftiger Mithilfe seines Gegners das 4:1 folgen ließ.

Doch nun wurde es nochmal spannend. Gingen alle restlichen Partien an den ersten drei Brettern verloren, so müsste man aufgrund der Berliner Wertung den bitteren Gang in die Bezirksliga antreteten. Robert Lams spielte gegen einen ca. 800 DWZ-Punkte stärkeren Gegner und verlangte diesem alles ab. Letztendlich musste er sich aber der größeren Routine seines Kontrahenten beugen. Bei Alexander Fuchs wechselte der Vorteil während der Partie einige Male, er und sein Gegner ließen viele Chancen aus, so dass die Partie mit einem viel umjubelten Remis endete. Nachdem der Klassenerhalt perfekt war, setzte Philipp Andrä nach zwischenzeitlichen Problemen seinen Gegner auf der Grundreihe matt.

Mit dieser Leistung und einigen teaminternen Umstellungen sollte dieses Team in der kommenden Spielzeit nichts mit dem Abstieg zu tun haben.

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